nun werde ich endlich mal wie versprochen von meiner Zeit auf der Cattlestation im Northern Territory berichten. Zunaechst aber hoffe ich natuerlich erstmal, dass ihr alle ein schoenes Weihnachtsfest hattet (von meinem werde ich in einem anderen Eintrag berichten, sonst wird es hier zu lang und ehrlich gesagt fuer mich auch etwas unuebersichtlich
Vorne weg: Die Zeit auf der Cattlestation war fuer mich die bisher beste Zeit, die ich hier in Australien hatte (und dabei war es ein Job
Zunaechst fing die Zeit auf der 13.000 qkm (!) grossen Station fuer mich und Atte doch etwas schwierig an. Wir waren ja beide an einem Freitag dort angekommen und sollten dann am Montag mit der Arbeit anfangen. Das erste Wochenende war dann auch erstmal wohl das schlimmste, was ich in Australien soweit hatte, weil uns einfach sterbenslangweilig war. Die anderen Arbeiter (wir waren ungefaehr 10) waren alle unterwegs, weil ueberall um unsere Station herum Buschbraende waren und die ueberwacht bzw. bekaempft werden mussten, sodass wir kaum jemanden zu GEsicht bekamen bzw. alle von den 15-20 Stundenschichten natuerlich geschlaucht waren. Na ja aber bald war dann auch das Wochenende zuende und ich muss sagen, ich freute mich schon richtig auf die Arbeit. Es ging also um 7 Uhr los zur Fencingline (mir gab mein Chef dann gleich einen Jeep, was ich natuerlich spitze fand, so durch den australischen Busch zu heizen). NAch 30 km kamen wir dann an der FEncinglinie an und die Arbeit began. Wir mussten Loecher in den steinharten Boden mit Sparte und einer Eisenstange hauen, um die Pfosten zum Stacheldrahtspannen einzuzemnentieren. War echt nen Knochenjob und fuer uns bei 40 Grad im Schatten (das Problem war nur wir hatten keinen Schatten) ungewohnt, aber nach 5 Stunden hatten wir dann auch den Job geschafft und nun wartete eine neue Aufgabe auf uns. Wir bekamen die Zwischenpfosten in die Hand gedrueckt und eine Eisenrohr mit GRiff dran. DIeses Rohr stuelpten wir ueber die Pfosten und hauten es dannalle 15 MEter immer auf die Pfosten, sodass die langsam in den Boden glitten. NAch einem kilometer, vermutlich 10 Liter Wasser und genau so viel Schweiss kam endlich der Manager an die Fencingline und gab die ersehnte PArole an meinen Vorarbeiter: Bring die Jungs fuer nen Bier zurueck. Ich glaube ich habe noch nie so eine Dusche genossen wie an diesem Abned, aber ich war erschoepft und gluecklich. Der zweite Tag verlief dann aehnlich wie der erste und langsam gewoehnten wir uns dann etwas besser an die Bedingungen (wir waren uebrigens 3 BAckpacker: Atte, Schorsch (kiwi-Junge) und ich und unser Aboriginalvorarbeiter Fire). Ich hatte mich nun schon drauf eingestellt jeden TAg diesen Job zu verrichten, aber es sollte sich noch herausstellen, dass sich vieles aendern sollte. Ab dem 5 Tag ging es fuer uns nur noch sehr unregelmaessig zur FEncingline und wir bekamen zig andere Jobs. Es kam noch ein anderer Arbeiter (ein 19 jaehriger Australier, der sich aber sehr schnell als klugscheisser hersausstellte und mit seiner Inkompetenz dafuer sorgte, dass wir ungefaehr 7 km der FEncingline ein zweites Mal machen durften) und eine deutsche BAckpackerin auf die Station und arbeiteten bei uns im Mop mit. Mein grosses Glueck war, dass ich mich sehr schnell sehr gut mit dem Manager Dave der Station verstand, sodass er nun entschied ich muesste das echte Ringerleben (Australische Cowboys) lernen und auch andere Jobs uebernehmen (er beschrieb mich sehr schnell auch als ein absolutes NAturtalent fuer diese Arbeit, was mich ehrlich gesagt ein bisschen stolz gemacht hat). Da es vermutlich einganzes Buch fuellen wuerde alles meine Jobs nun zu beschreiben, werde ich es in Stichpunkten machen (ich will die NAcht ja nicht im Internetcafe verbringen
- natuerlich immer noch die Fencingarbeit (insgesamt 20 km). Hier war das schlimmste den Stacheldraht zu spannen, ich sah echt wie ein Ritzer aus und war stanedig am bluten, weil der Draht dauernd riss und wir ihn zum Teil vom Alten Zaun aus dem Boden ziehen mussten, wo er sich schon mit dem GRAs verbandelt hatt)
- tausende Kilometer JEep und Quadfahren durch den australischen Busch
- viel mit DAve auf JAgd gegangen, so haben wir mehrer Kuehe und Buaffolos geschossen und sie dann direkt auf dem FEld in die einzelnen Steaks zerlegt, teilweise auch direkt das Mittagessen draussen an der FEncingline vom Baum geschossen (vogel) und ihn dann ueberm Feuer gebraten und ich habe Wallabies (Kaenguruhs) geschossen
- Kuehe mit Idenditaetsproblemen (sie waren auf die Pferdeweisen geflohen und lkebten nun mit den Pferden zusammen) wieder eingefangen, gebunden und von der Weise gebracht. DIes haben wir allerdings nicht wie in den cowboyfilmen mit Pferd und LAsso gemacht, sondern sie mit dem Jeep liebevoll umgeschubst, die Beine zusammengebunden, in die Schaufel vom Frontlader gehievt und dann weggebracht)
- Klempnerarbeiten verrichtet
- Fischen gegangen - aber auf dem "traditionellen" Weg, DAve stand hinten im Boot und hat die Fische im Wasser mit dem GEwehr erschossen und ich habe sie dann mit dem Kescher rausgeholt (wir mussten immer beim Fischen ein GEwehr mithaben weil ueberall um unser und unter unserem Boot Krokodile herumschawammen, die groesser als das boot waren)
- Gaertnerarbeiten
- Cleanerarbeiten
- MEchanikerarbeiten (Autos repariert, Anhaenger geschweisst,...)
- BEnzinfaesser zu den Hubschrauberlandeplaetzen bringen
- Schweine schlachten
-und was mir am besten gefallen hat: Pferde wieder einreiten und mit ihnen schwimmen gehen
Das beschreibt meine Jobs natuerlich nur in sehr beschraenktem rAhmen (Vegetarier werden mich wahrscheinlich jetzt bis an mein LEbensende hassen, aber es war echt eine gute Erfahrung mal zu erleben, dass das Fleisch nicht aus dem Supermarkt kommt und vor allem hatten diese Schlachttiere ein glueckliches LEben vorher mit bis zu einem qkm pro Tier und nicht ein MAstleben wie in Deutschland).
Um auch generell die Station zu beschreiben hier in Kurzform ein paar weitere "FAkten" ueber die Station:
Du befindest dich auf der Lizzy-Down-Station, wenn...
- du dich am Arsch der Welt befindest (DArwin war die naechste Stadt - 230km entfernt)
- es das geilste Essen von der Koechin gibt (eine nette Abwechslung von der ueblichen Backpackerdiaet Nudeln)
- du in jedem Satz indestens einmal das boese F****-Wort benutzt (man gewoehnt sich ehrlich gesagt sehr schnell dran,musste ich mir halt nur in der Stadt wieder abgewoehnen
- einige deiner Kollegen ehemalige Straeflinge sind
- die Rugbylegende Australiens zum CAmpen und jagen vorbeikommt, bzw der wohl reichste MAnn Darwins zum Krokodiljagen vorbeikommt
- es nur ein kuenstliches Wasserloch gibt, dass zum schwimmen geeignet ist, da mann sich 9in all den anderen - uebrigens wunderschgoenen Billabongs (Seen) sher schnell im MAul eines Krokodils wiederfinden wuerde
- man jeden Abned vor dem schlafengehen die Froschscheisse und KAefer und anderes Getier aus seinem Bett entfernen muss (es lebetn unzaehlige Froesche und GEckos mit mir im Zimmer)
- man durchgehen schwitzt (wirklich immer, auch nachts)
- man sein LEben riskiert, weil man von einem GEwitter an der FEncingline uebrrascht wird und mit dem Quad 30 km durch Knietiefes Wasser zurueckfahren muss (bzw geschleudert wird) und das einzige was man wegen dem starken Regen sehen kann sind die Baume, die neben dir von den hunderten Blitzen, die ueber die runter kommen, getroffen werden und zersplittern - ich hatte echt das erste MAl eine Ah ung was es heissen kann Angst um sei lEben zu haben
- Deine Kollegen bis zu eine Kiste Bier pro Abend plattmachen (jeder eine) und das bei Bierpreisen von 30 Euro pro Kiste und einem GEschmack wie KAmelpisse
- du am Wochenden von DAve eingeladen wirst bei ihm Blackjack zu speilen (waren echt witzige Abnede
- du ohne Probleme schon um 9 Uhr abneds einschlaefst (hinter dir liegen ja auch 10 Stunden An der frischen Luft
- du mal eben 270 km zwischen Fruehstueck und Mittagessen faehrst, um einen Oelfilter vom LAger abzuholen
- die Post mit dem Flugzeug kommt und auch die Manager sich staendig mit Hubschraubern unherbewegen
- du endlich die VChance hast mit echten Australiern (auch Aboriginals) zusammenzuarbeiten
- sich deine Arbeitsgruppe langsam aber sicher sehr verkleinert, weil einer pfeiffisches Druesenfieber bekommt (Schorsch) du dich aber nicht ansteckst, obwohl du immer mit ihm aus einer Flasche getrunken hast oder Atte vom Pferd faellt und sich in seiner Wunde ein Tropischer Infekt einnistet, sodass er auch in die Stadt gebracht werden musste und nicht mehr arbeitsfaehig war
- man nach sieben Wochen von einem Krokodiljaeger zurueck in die Stadt beracht wird (mit dem ich mich auch gleich sher gut verstanden habe und den ich auch unbedingt wieder besuchen soll)
-...
Ehrlich gesagt koennte ich das jetzt alles noch Stunden so weiterfuehren, aber es wuerde eh nie so richtig beschreiben, wie die Zeit fuer mich war. Ich hoffe einfach es bald mit ein paar Bildern etwas besser veranschaulichen zu koennen.
Am Ende bleibt nur nochmal zu sagen, dass es einfach eine unglaubliche Zeit war, ich mit Dave und seiner FAmilie einen gute Freunde hier in Australien gefunden habe, die ich auch unbedingt wiedersehen will (entweder komm ich zum Arbeite oder zum Urlaub wieder, ich musste es ihnen mehr oder weniger versprechen). Es war einfach so unterschiedlich zu Deutschland (DAve und Fire vermuteten auch immer, ich wuerde kein Arzt werden, sondern wuerde Ranger werden).
Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Eindruck von meiner Stationzeit bekommen und wuensche euch einen guten Rutsch!
Euer Philip
P.S.: Von meiner Zeit im Ghan und Indianpacifik (mit ungeplantem Ende des Trips) und meinen 2 Tagen in Darwin, sowie meinem Weihnachtsfest hier in Sydney werde ich auch die TAge berichten, aber im Augenblick habe ich erstmal genug vorm PC gessessen.




