So, obwohl gerade Federer gegen Blake spielt habe ich den Weg zum Computer gefunden, da ich morgen in aller Hergottsfruehe aus Melbourne aufbrechen werde. Wie versprochen wollte ich euch ja noch von unserem Trip an die Great Ocean Road erzaehlen.
Nachdem Arne und ich aus dem YHA-Hostel am Donnerstag wieder raus mussten, da es ausgebucht war, machten wir uns auf die sUCHE NACH EINEM ANDEREN hotel. lEIDER WAR DIE AUSWAHL nur sehr bescheiden, da wie gesagt in Melbourne im Augenblick die Hoelle los ist. Also buchten wir uns in ein Hostels ein, dass schon laut internetkritiken nicht der Hit zu sein schien, aber da Arne noch einen Tag mehr zu den Open wollte blieb uns nichts anderes uebrig, als in den sauren Apfel zu beissen und es zu reservieren. Mir blieb dann die Ehre zuteil in dem Schuppen einzuchecken und ich muss sagen das "Oslo-hotel" (ja es ist wirklich ein Hostel und nicht das was ihr bei DEM Namen jetzt wahrscheinlich vermutet) uebertraf alle Erwartungen - im negativen. nun konnte ich die Beschreibung eines autors, das Hostel habe "Ghettocharakter" sehr gut nachempfinden. durch dunkle Mauergaenge zwischen den Gebaeuden erkaempften sich Thierry (der als traghilfe mitgekommen war) und ich uns den Weg in oberste Stockwerk des Hostels, wo unser Zimmer lag. Nun erwartet man ja bei einem Uebernachtungspreis von 30 Dollar doch einen gewissen Standard, doch der war hier voellige Fehlanzeige. Die Matratzen hatten Fleckfieber und zur Kroenung war auch noch nichts sauber gemacht. Ich also wieder runter und gleich dem Personal Bescheid gesagt, welches versicherte sofort eine putzhilfe hochzuschicken. Da ich die Nacht davor nur sehr wenig geschlafen hatte (es war die Nacht in dem wir unser opensouvenier ergattert hatten) wollte ich eigentlich erstmal ne Runde schlafen. Doch als ich nach einer halben Stunde vom Einkauf wiederkam war das Zimmer immer noch unberuehrt. Nach langer Diskussion mit dem Hostelleiter und einigen Versuchen seinerseits mir die schuld daran zuzuschieben, dass das Zimmer noch nicht gemacht sei, setzte ich mich bald durch und das Zimmer wurde gemacht. Mir blieb nun noch kurz Zeit mich auszuruhen, bevor ich spaeter Wiebke und Alda und Thierry in der stadt traf und wir ein wenig Melbourne und den wunderschoenen botanischen Garten erkundeten. Am abend begaben Arne und ich uns dann ins Hostel und gottseidank waren wir beide so geschafft, dass wir sogar in DIESEN Betten schlafen konnten. Ich hatte die ganze Nacht das Gefuehl ind sitzender Position zu schlafen, da der Bettenrost genau in Hoehe meines hinterteils sich dazu entschieden hatte dem Boden mal ein wenig naeher zu kommen. Zwar hatte man versucht diesen Bruch etwas zu raparieren, doch aus dem notduerftig angebrachten Brett sprangen bei jeder meiner Bewegungen die schrauben raus und bald versuchte ich Bewegungslos einzu verharren, damit ich nicht noch mit einem wahnsinnigen Kanll den Kamof gegen die Erdanziehungskraft verlieren wuerde. Unterstuetzt wurde die ganze Nacht durch das fuerchterliche knarren der Lattenroste sowohl von meinem als auch von Arnes Bett. Nun gut aber bald war auch diese Nacht ueberstanden und Arne, Thierry und ich machten uns spontan auf die Suche nach einem fahrbaren untersatz fuer die Great Ocean Road. Da wir noch weitere zwei Naechte in der Hostelbruchbude gebucht hatten, entschieden wir, dass nun Auto fuer mndestens drei NAechte hermuesste, damit wir die Buchung chanceln koennen und im Notafll eine vermutlich bequemere Nacht im Auto verbringen koennen. Nach langer Suche bekamen wir endlich noch ein Fahrzeug was uns als "Backpackercar" vermietet wurde. Als wir den Wagen wenig speter abholten waren wir zunaechst etwas ueberrascht, da man uns einen Kleinwagen gab. Doch wir schafften sogar das kunststueck das ganze Gepaeck UND uns in dieses Auto zu zwaengen. Und dann ging die Fahrt auch schon los. Nur Arne war berechtigt den Wagen zu fahren, da ueber 21 Jahre alt und so verliessen wir das Autovermietungsgelaende Richtung Grosstadtverkehr. Meine Aufgabe als Kartenleser bestand nun darin eine Rute aus der Stadt zu finden, bei der wir IMMER nur links abbiegen muessen, da die Reglung fuer Rechtsabbieger in Melbourne ganz speziell ist und sie eigentlich auch nur die Melbourner verstehen. Will man rechts abbiegen muss man sich ganz links einornen (es hat mit den Strassenbahnen zu tun) und dann irgendwann in einem unbestimmten Moment versucht man ohne Blechschaden von ganz links ueber die ganze Kreutzung zu kommen und rechts es bis in die Strasse zu schaffen. Wir entschieden dieses Kunststueck lieber in einem etwas ruhigeren Strassenbezirk zu testen. Einige stunden spaeter erreichten wir dann endlich die nGraetoceanroad und fuhren etwas das erste Drittel ab. Da es schon recht spaet war entschieden wir uns ein Hostel zu buchen und tatsaechlich bekamen wir noch drei Betten ueber Telefonbuchung. Als wir spaet und voellig erschoepft am Hostel ankamen wurden wir unglaublich ueberrascht. Das Hostel war einfach nur toll. Es war in einer Anlage von kleinen Holzhaeusern und erinnerte mich (auch aufgrund des sehr bewoelkten Wetters, was uebrigens das ganze We anhielt) an schweden. Die bEsitzerin war eine aeltere Dame, die sehr nett war und uns sogar einen eigenen Dorm zur Verfuegung stellte. Alles in dem Hostel hatte sie mit Second hand Sachen im 50 Jahre STil eingerichtet. Sogar Herd und Fernseher stammten aus dieser Zeit, sodass es es etwas Uebung bedurfte den Sportkanal fuer die Australian open einzustellen. Wir waren so begeistert, dass wir gleich eine zweite Nacht im Hostel buchten. Am naechsten Tag (es war eine sehr kurze Nacht - der Deutsche Philipp Kohlschreiber hatte ein verdammt geiles Tennismatch hingelegt, dass ueber 5 Saetze ging) machten wir uns weiter auf den nachsten Teil der GOR. Und die erste Ueberaschung kam gleich, denn als wir durch eine Eukalyptusallee fuhren konnten wir ueberall Koalabaeren erblicken die ueber uns in den Baeumen hingen. Auch danach war der Tag ein voller Erfolg. Trotz eher bescheidenem Wetter war der Anblick der 12 Apostel (eine Felsenformation im Ozean) und die anderen atemberaubenden Felsenformationen einfach nur umwerfend. Ganz am Ende , als es dunkler wurde, waren wir sogar nur noch die einzigen an den Attraktionen und an der letzten konnten wir sogar auf einen Felsen mitten im Meer klettern und um uns herum klatschten ueberall die Wellen gegen den Felsen. Einfach nur geil!! Abneds kehrten wir dann wieder zurueck zum Hostel. Am naechsten Morgen machten wir uns dann wieder richtung Melbourne auf und guckten uns noch ein oaar Straende und Klippen an. Wir fanden sogar noch ein Hostel in der innenstadt fuer eine Nacht und am naecheten Morgen brachten Arne und ich das Auoto wieder zurueck zur autovermietung. Hier gab es leider noch einen kurzen konflikt, da wir geteilter Auffassung ueber die Leistung der Kaution waren, doch am Ende konnten wir auch dies zu 99% klaeren. Am Abned ist Arne dann nach Sydney aufgebrochen, wo er ein konzert besucht und Thierry und ich sind wieder ins YHA Hopstel gezogen. Morgen frueh ist dann meine Zeit in Melbourne auch wieder vorbei und ich mache mich mit Zweitagesstoppover in Adelaide mit dem Zug nach Perth auf, wo ich ganz dringend mal wieder arbeiten muss, da mir das Geld erschreckend schnell ausgeht, Melbourne und Sydney sind im Augenblick echt unverschaemt teuer. Ich denke von da werdet ihr dann wieder von mir hoeren. Bis dahin!
Ganz liebe Gruesse Philip
