Frohe Ostern!!!
Nun habe ich endlich mal wieder die Moeglichkeit ein bisschen ins Internet zu gehen, um euch zu berichten, wie es mir so in der letzten Zeit hier am anderen Ende der Welt ergangen ist
Im Augenblick sitze ich in Evas BAckpackers, in dem ich auch Weihnachten und Neujahr verbracht hatte. Hinter mir liegt eine 72ig stuendige Zugfahrt ohne Bett und eine Nacht im 28-Bett-Zimmer in einer Sydney-Hostel-Absteige. Gleich heute morgen um 4 Uhr wurde ich daran erinnert, dass wir heute Ostern haben. Mein Zimmer hatte naemlich den bezeichnenden NAmen "Church" und so kam um 4 Uhr morgens eine Gruppe voellig besoffener Amerikaner in unser Zimmer, machte das Licht an und meinte, da sie nun in der "Church" sein und es Ostern ist, sollen wir alle anfangen zu beten. Wir kamen dieser Forderung natuerlich nicht nach ,)
Aber vielleicht erstmal der Reihe nach...
Also vor sechs Wochen bekam ich in der Jobagentur in Perth einen Job in einer MEatfactory in Arthur River, was ein kleines KAff, ca 2,5 Stunden suedlich von Perth ist. Mit etwas gemischten Gefuehlen, da ja eine Meatfactory nun eigentlich nicht so meine Traumjobvorstellung war, fuhr ich gemeinsam mit Elina von Perth nach Arthur River. Elina (aus Finnland) und ich hatten uns in der Jobagentur kennengelernt, wo wir gemeinsam in diesen Job gesteckt wurden. Sie hatte sich einen Camoervan gekauft und so k0onnte sie mich mitnehmen. Als wir in Arthur River am vermeintlichen Backpackers ankamen, welches unser neues zu HAuse sein sollte, waren wir etwas uebrrascht, da wir niemanden antrafen. Doch zum Glueck kam bald Anton, einer unserer Mitbewohner (Schotte) von der Arbeit zurueck und zeigte uns unsere neue Residenz. Um es mal so zu sagen: Es war und ist sehr rustikal. Wir sollten in einem alten FArmhaus leben, welches sicher seinen besten JAhre schon hinter sich hatte. Um warmes Wasser fuer die Dusche zu bekommen (wobei hier auch nur eine Dusche im einzigen Badezimmer funktionierte), musste man immer erst ein Feuer unterm Wasserboiler warten, um dann ca ne Stunde spaeter warmes Wasser zu bekommen, was aber, aufgrund mangelnden Wasserdruckes, auch nur mehr oder weniger die Wand runter lief.. Ansonsten gab es mehrere Schlafzimmer, deren Einrichtung jeweils aus 1-3 BEtten bestand und das war es dann auch. Unter dem notduerftig verlegten TEppichboden bzw. Laminat guckten noch die alten Zeitungen hervor. Aber nun, wir waren ja schon einiges gewoehnt (man erinnere sich nur an Hostel OSlo) und deshalb wollten wir uns ja auch gar nicht beschweren. Ausserdem war es ja alles schon wieder so primitiv, dass es irgendwie schon wieder was hatte. Ich nahm mir dann also gemeinsam mit LAsse und Andy (den ich ja ueber Wiebke kannte und fuer den und lAsse ich den Job organisiert hatte, da sie ihren Fruitpickingjob geschmissen hatten) eins der uebriggebliebenen Zimmer und Elina bekam das andere. Im LAufe des TAges lernten wir dann auch den Rest unserer Mitbewohner kennen, die da waeren: Anton (28, Schottland), Marieke (27, Holland), Arjan (24, Holland), Emiko (30, Japan), Zöe (24, England) und Mykui (Japan). Also insgesamt eine 10 koepfige, internationale WG. Marieke, Emiko und Mykui arbeiteten auch in der MEatfactory, sodass wir gemeinsam am naechsten Morgen zur FActory fuhren (wir mussten morgens um 5 aufstehen, was am ersten Morgen echt hart war). In der FAbrik angekommen, bekamen wir vier neuen dann unsere Arbeitskleidung, die aus einem weissen T-Shirt, einem weissen Oberhemd, weisser Hose und Gummistiefeln bestand. Aus Hygienegruenden, durften wir nur unsere eigene Unterwaesche tragen. DAnn zeigte man mir und Elina noch die Fabrik und unser erster Arbeitstag sollte beginnen. Elina fing gleich in der Verpackung an, wo sie dann auch fuer die naechsten Wochen bleiben sollte. Ich war zunaechst auch in der sog. Boningarea, wurde aber nach kurzer Zeit aufs Schlachterlevel verlegt. Hier war es nun meine Aufgabe, im Akkord (ich hatte ca 6 sEK
in der naechsten Woche fingen dann also Marieke und ich unseren Job auf der Farm an. Allerdings schafften wir es die ersten beiden TAge nicht puenktlich zur Arbeit, da wir jedesmal eine tote Batterie im Auto hatten und wir erst auf Darryl zum aufladen wartenmmussten. Doch gottseidank stellte sich unser neuer Boss als absolut nett heraus und er war nicht weiter sauer. Im Gegenteil er war nach zwei Tagen so von unserer Arbeitsleistung begeistert, dass er versuchte, die zusaetzlich angeforderten Backpacker wieder "abzubestellen". Als wir dann hoerten, wie viele Stunden wir hier arbeiten koennten waren wir uebergluecklich, denn nun hatten wir statt einer 38-40 Stundenwoche eine 65 bis 75 Stunden Woche und dazu noch an der frischen Luft. MAriekes Aufgabe war es nun den Heutruck zu fahren von dessen Ladeflaeche ich, Arnie (franz. BAckpacker), Rob (Autralier) und Keith (Collins sohn) wir die Heuballen zerscghneiden und in die Kuhgatter schmeissen sollten. Doch durch meine Heuallergie disqualifizierte ich mich recht schenll fuer diesen Job. Ehrlich gesagt warich darueber nicht sehr traurig, da es bei 7000 Kuehen doch immer mehr als den halben TAg dauerte die Kuehe zu fuettern und der Job doch auf Dauer ein wenig eintoenig werden wuerde. Also wurde ich nun, auch aufgrund meiner FEncingerfahrung BArry, dem Oberfencer ,) zur Seite gestellt und assestierte vor allem ihm, arbeitete aber auch mit den Kuehen und fuhr die verschiedenen MAschienen. Da es mir , genau wie bei meinem letzten Jon auf der Station aufgrund der vielseitigkeit wieder schwer faellt alles ausformuiert hier darzubieten, mache ich es mal wieder in Stichpunkten. Meine Jobs waren:
- ich baute gemeinsam mit BArry neue Feedlocks (MAstweisen) fuer ca 2500 weitere Kuehe (nun ist sogar ein Teil der FArm nach mir benannt, die Neuen PAddocks heissen Philips PAddocks und sind ganz offiziell auf der FArmuebersichtn un verzeichnet - Ich sollte also vllt mal Besitzansprueche geltend machen
- Ich gabe Kuehen Spritzen und schnitt ihnen den HAarschopf vom Schwanz ab
- ich trieb tausende von kuehen zusammen und brachte sie in die Yards, wo wir dann mit ihnen arbeiten konnten (wiegen, Spritzen geben, zaehlen und verladen auf die Lastwagen)
- ich arbeitete in den Yards und trieb die kuehe mit einer peitsche an. Da ich immer auf engstenm Raum mit den Biestern stand und sie teilweise ziemlich soerrisch waren, bekam ich dann auch einmal einen ziemlichen Tritt in den Arsch von einer Kuh und meine HAende bestanden nur noch aus einer einzigen riesigen Blase, sodass ich bei jedem Schlag auf die Kuehe den gleichen Schmerz ei sie verspuerhte
- ich verlegte 1 km Wasserrohre fuer die Wasserversorgung in den neuen Feedpens
ich fuhr Trecker, Bobcat, RAdlader, JEep, Quad und mein absoluter Favourit: einen 40Tonner TAnklaster, mit dem ich Wasser von anderen FArmen abholte, natuerlich immer in der Hoffnung nicht der polizei zu begegnen (wobei wir so am Ende der Welt waren, dass die Chance sehr gering war)
- Reperturarbeiten an allem was die anderen zerstoerten (gebrochene Wasserleitungen, zerstoerte Elektozaeune, ueberlaufende und undichte Trinktroege,...)
Weitere BEsonderheiten, Fakten, Erlebnisse der FArm/des BAckpackers:
- wir fuetterten etwa 1000 Kuehe jeden TAg mit Wein, da ihr Besitzer sie als Weingefuetterte Kuehean edle Restaurants verkaufen wollte
- die Kuehe auf der FArm gehoerten nicht Collin, sondern er flegte bzw. maestete sie fuer ihre Besitzer
- leider stellten sich die anderen Deutschen die im BAckpackers lebten (Anton und Myuki hatten uns verlassen und fuer sie war ein deutsch-knadisches Paerchen gekommen), stellten sich als voellige Idioten heraus,m die voellig LAndungeeignet und gruppenasozial waren
- wir hatten also auch einige konflikte im BAckpackers, was aber unsere 6er Gruppe nur noch staerker zusammenwachsen liess
- es war manchmal sehr hart, sich nach einem 12 Stundentag mit 10 LEuten einen HErd und eine Dusche zu teilen, da jeder muede und hungrig war und so schnell wie moeglich die Dusche benutzen wollte (und einige davon auch ziemliuch lange) Ausserdem gab es immer wiede Konflikte ueber die Wochenendseinkaeufe, da wie gesagt einige nicht ohen shoppen und Internet auskamen und deshalb imme in die weiter entfernten, grossen Staedte fahrenm wollten
- es kam auch mal vor , dass wir morgens vor der arbveit hunderte vion ausgerissenen Schafen, die um unser BAckpacker herumliefen, zuruecktreiben mussten, bevor wir dann zur arbeit konnten
- Die beiden FArmhunde "mini" und "Useful" liebten es mit im Auto zu fahren,sodass ich fast immer, wenn ich mit meinem "Dienstwagen" (den man mit einem Virschiebeschloss verschliessen musste, da die Tuer kaputt war) durch die GEgend fuhr immer einen Hund auf dem Schoss hatte und einer auf dem Beifahrersitz sass, bzw. auf dem Fensterrahmen und rausguckte. Ein echt cooles Hundepaerchen!
- Wir hatten trotz HErbstes immer noch Tagestemperturen von bis zu 44 Grad, sodass wir tagsueber in der prallen Sonne fast schmolzen, es sich aber nachts auf bis zu 5 Grad abkuehlte, sodass man sich im Bett einen abfrohr (ich konnte auch meine FEnster nícht schliessen)
Ich hatte also eine MEnge Spass auf der Farm und es war einfach nur eine geile Zeit. Vor allem das Zusammenarbeiten mit all den anderen auf der FArm war einfach nur toll und ich habe viele neue Freunde kennengelernt! Im Augenblick hoffe ich auch in den Job wieder zurueckkehren zu koennen.
Der Abschied von der FArm und vor allem auch von dem BAckpacker viel MArieke und mir dann auch unendlich schwer. Im BAckpackers hatten wir inzwischen mit Zöe, Arijan, Elina und Emiko eine unschlagbare 6er-Clique gebildet (die auch Neuankoemmlinge, die sich voellig Gruppenasozial benahmen, nicht zerstoeren konnten). GEmeinsam mit Keith, Kylie, arnie und Anna (von der FArm9 hatten wir dann auch einnen unglaublichen Abend auf der LAndwirtschaftsmesse (wobei wir dort vor allem die Bar sahen, da alles andere schon geschlossen war und ich auch aus irgendwelchen Gruenden einige Erinnerungsluecken von dem Abned habe ,). Ausserdem hatten wir an den wenigen freien TAgen, die uns verblieben (wir arbeiteten bis zu 7 TAge die Woche, unschlagbare HAusparties, die regelmaessig in wilden RAsierschaum, Bie und Wasserschlachten endeten, die selbst das alte Farmhaus am naechsten Morgen noch mehr renovierungsbeduerftig aussehen lassen konnten. Also insgesamt verlebten wir eine unglaubliche Zeit und die sechs Wochen zehlten sicher mit zur besten Zeit die ich in Australien hatte. Ich hoffe wirklich nochmal in die Gegend Australiens zurueckzukehren.
Leider war es dann wie gesagt bald Zeit Abschied zu nehmen, da ich Thierry versprichen hatte, mit ihm die ostkueste zu machen. Doch da er nun Probleme mit seiner Visabeantragung hat, sitzt er immer noch in Neuseeland fest und ich muss mir jetzt ueberlegen wie ich weiter verfahre. Wir hoffen beide auf eine schnelle Loesung. Gestern Abned habe ich dann noch mit Arne Abschied hier in Sydney gefeiert, da er heute Abned zurueck nach Deutschland fliegen wird (worum ich ihn ehrlich gesagt ueberhaupt nicht benmeide
Ansonsten werde ich jetzt die naechsten Tage mal meine Zukunft etwas weiter planen muessen (Studium, Rueckflug nach Deutschland und weiterreise hier in Aus.)
So ich hoffe ich konnte euch erstmal wieder etwas auf den neusten Stand zu bringen, auch wenn es mal wieder schwer war diese unglaublichen letzten sechs Wochen in Worte zu fassen, aber vielleicht ist das dann auch einfacher, wenn ich es auch dann irgendwann mal "live" erzaehlen kann, wenn ich back in germany bin (aller Voraussicht im Sommer).
Also machts gut und verlebt ein schoenes Osterfest
GAnz liebe gruesse
Euer Philip

meld dich, wenn du in melbourne bist.sollte das bis anfang mai der fall sein, kannst du bei meiner oma vorbeischauen und schön griechisch essen!!!!!