Blumberg und Stuttgart sind also der Nabel der Welt... da ergibt sich die Frage, wo ich mich gerade befinde...
Komme gerade von meiner Fahrt zur Post...welche sich natürlich im Nachbardorf befindet. Da mein Kühler auf der vollbepackten Fahrt in die Heimat insgesamt fünfzehn 1,5 l-Flaschen und 3 Gießkannen Wasser geschluckt hat, habe ich mich entschlossen diesen Weg mit dem Fahrrad zurück zu legen und die winterliche Albluft zu genießen.
Leider war mir nicht mehr bewusst, dass hier die Uhren anders ticken. Es ist Mittwoch und was heißt das auf dem Land? Ja, in der Mitte der Woche gönnt man sich erstmal einen freien Mittag. Ist ja auch nur verständlich, immerhin arbeiten die Damen und Herren des Lebensmittelgeschäfts (Post gibt’s hier nicht) ab 5.30 Uhr morgens und an sorgfältig ausgewählten Tagen bis um 18.15 Uhr (abzüglich 2,5 Stunden Mittagspause). Ob die 15 Minuten etwas mit der akademischen Viertelstunde zu tun hat ist fraglich, aber wird von mir sicher öfter ausgenutzt.
Immerhin hat mein alter Kaugummiautomat den Einzug der modernen Prepaidkarten- und Snackautomaten überlebt und scheint sich immer noch größter Beliebtheit zu erfreuen. Ist ja auch nicht verwunderlich bei den Öffnungszeiten; und so konnte auch ich mal wieder nicht die Finger lassen von dieser klebrig-süßen Kaumasse.
Trotz allem war die Fahrradtour nicht unnötig, hat sie mir doch das Landleben wieder näher gebracht. Auf dem Weg wurde ich dreimal von pubertären Jugendlichen mit einem freundlichen „Hallo“ und „Guten Abend“ begrüßt. Dabei sah jeder Einzelne von Ihnen aus wie die Offenburger „Gängschter“, könnte aber wetten, dass diese Exemplare mich ganz grausam gesiezt hätten. Dies waren dann auch schon die einzigen Seelen die ich in meiner 2000-Seelengemeinde und halbstündigen Fahrt antraf. Keine Rasenmäher - keine Bewohner.
Ist doch der Kontrast Offenburg – Erkenbrechtsweiler schon sehr groß, so frag ich mich wie das wird, wenn ich von der 7-Millionenstadt Hongkong komme. Doch bis dahin habe ich noch viel Zeit meine Lunge mit dem Hongkong-typischen Smog zu verpesten und mich nach der Landluft und dem ruhigen Leben zu sehnen. Im Übrigen kommen in Hongkong 36.000.000 Geflügel auf alle Einwohner. Und dabei wohnen über 6000 Einwohner auf 1 qkm, das wiederum heißt, dass auf einen qkm 36.000 Hühner, knusprige Enten und fliegende Ratten kommen. Hm....genug der Kopfspielerei.
Möchte noch Danke sagen bei meiner lieben WG + Gäste für das feucht-fröhliche Abschiedsessen und den Wohlfühlcharakter, bei meinen Umzugshelfern, bei allen, die ich die letzten Tage in OG noch traf und zukünftig hier noch treffen werde, bei den wirklich netten Arbeitskollegen, außerdem bei allen Beteiligten für die wirklich schöne Zeit in OG samt Feten, Lerngruppen und gesprächigen, weintrunkenen Kochabenden und Danke für alle Wünsche und jede Umarmung zum Abschied. Ohje...gut, dass mich mein Job bei den Todesanzeigen nicht geprägt hat. ;o)
Das nächste Mal aus der Ferne, bis dahin, Iris
- Meine unpolitische Sicht auf China
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- Hongkong ist nicht China -Auf nach Beijing Teil II


find ich toll.. da wissen wir ja immer wo Du gerade bist und lass den Beitz auch mal was schreiben