Schon oft habe ich mich gefragt, warum manche Menschen die Hand vor ihren Mund halten beim Reden. Aber die Thailaender tun dies sogar, wenn sie telefonieren. Also kann es nicht am schlechten Atem, unansehnlichen Gebiss oder nasser Aussprache liegen. So fallen im Laufe eines Tages einen oefters skurrile, fremde und lustige Dinge auf, die einem zum Schmunzeln oder zum Nachdenken bringen.
Wir sitzen gerade auf der Faehre nach Ko Phangan. Beitzi und Torben schnattern mit Bier und zwei Suedafrikanern. Ich schreibe nun meinen Blog auf den Block, man soll Gedanken dann auffangen wenn sie fallen. Sich im grellen Neonlicht des Internetcafes auf Erinnerungen zu konzentrieren fiel mir schwer und machten den Internetcafeaufenthalt unnoetig lang.
Preislich ist das eigentlich egal, seitdem wir Bangkok verlassen haben sind die Preise wie erhofft guenstig. Das Internetcafe ist mit 1-2 Baht/Min. (geteilt durch 50= 2-4 c/Min.) dabei recht teuer. Wenn man bedenkt, dass wir fuer die Uebernachtung zwischen 250 Baht und 600 Baht zahlen (also zwischen 5 und 12 Euro die Nacht, pro Bungalow, nicht pro Person!).
Lediglich das Bier ist hier teurer als in Deutschland, aber davon habe ich nach meinem ersten Vollrausch wegen 3 Bier und einem Long Island-IceTea auch erstmal ein wenig Abstand genommen. Dabei war der Abend mit zwei supernetten Australiern, 2 Thais und 1 Deutschen wirklich nett. Der folgende Tag war allerdings umso haerter, wir hatten extra die Elefantenritttour um 9 Uhr genommen…der gesamte Ritt war die Hoelle bis wir endlich zum Elefantenbaden angekommen waren, war ich einfach nur froh, dass mein Magen alles in sich behalten hat. War das ein Gewackle.
Das Essen und der sensible Magen bieten gerade keine gute Grundlage fuer jegliche Feierei und Alkoholgenuss und ein Vorziehen der harten Terasse statt dem Schlafen unter einem Moskitonetz auf halbharten Matten zwecks naechtlicher Frischluftzufuhr ist auf Grund der Moskitos, streunenden Hunden und Katzen und sonstigem Getier nicht zu wiederholen.
Apropos streunende Hunde, meine Hundeangst ist hier wegen der Tollwutgefahr doppelt begruendet, genauso auch meine Abneigung den Katzen gegenueber. Doch sind beide Tierarten so traege, dass man oft die Gefahr vergisst. Wenn ein Bus auf einen Hund zurast, trottet dieser trotzdem gelassen weiter, liegt eine Katze vor deiner Tuerschwelle, bringt die ueber sie hinwegsausende Tuer nochniemals ein Zucken als Reaktion hervor.
Lediglich die Revierkaempfe der Hunde, oder der Kellner, der mit einem Barhocker den Hund abwehrt, erinnert an die toedliche Gefahr der streunenden Tiere.
Inzwischen sind wir in Ko Phangan angelangt. Trotz der anstehenden Christmas-/ und Fullmoonparty haben wir nach einer kurzen Wanderung am Strand ein Bungalow direkt am Meer gefunden. Nun gut, bis wir unser koestliches Mahl, bestehend aus Reis, gedaempft und gebraten, verschiedene Huhn- und Fischgerichte, mit knackigem Gemuese und vielen Gewuerzen - von mild bis hoellisch scharf - freundschaftlich geteilt hatten, war das Meer dank Ebbe auch schon verschwunden.
Herrje...bin ich inzwischen gelassen...fuenf Hunde rannten soeben auf mich zu, klaeffend mit weitem Maul...nicht beachten...weitermachen...und schon sind sie an dir vorbei....
Inzwischen sitze ich in meiner neu entstandenden Quasselrunde, bestehend aus 5 Jungs und 2 Hunden und einem wunderbaren Sonnenuntergang, einem ewig langen, in rot getauchten Strand, gesaeumt von vielen Palmen und vielen Kokosnuessen...Jack Johnson duddelt im Hintergrund. Jaaaa, das ist kitsch.
Es ist schwer zu beschreiben, selbst einem Foto sieht man es nicht an, aber man koennte es als perfekt bezeichnen. So perfekt, dass selbst ein Bild von Beitzi mit seinem neu eingefuehrten Peace-Asia-Haendegruss wie ein Foto vor einer kitschig-perfekten Panaromabildtapete aussieht. Naja, vielleicht koennen es die Fotos doch ein wenig vermitteln. Aber auch meine Reaktion auf solche Bilder waren immer nur "schoen" und "ja...toll". Nun weiss ich mehr ueber das Gefuehl, wenn man sich tatsaechlich an einem solchen Ort befindet. Es ist so entspannt, dass man hofft mit einem tiefen Atemzug diesen Moment in sich einzusaugen. Aber eigentlich ist es viel zu unwirklich. Wenn nur der ewig viele Muell nicht waere. Aber der faellt mit gut gewaehlten Motiven nicht gross auf.
Heute sind an diesem ewig langem Strand 29 von den 30 Leuten Maenner. Und somit fast soviel wie in Dubai. Nur laufen Sie im Gegensatz zu Dubai hier nur seltenst Hand in Hand und geben sich auch keine Liebkosungen in der Oeffentlichkeit. Das war wirklich befremdlich. Hier trifft man allgemein auf ein bunteres Publikum als in Ko Chang, weniger alternativ...leider....man trifft auf prollige Briten und viele viele Sextouristen. Wahnsinn...dass das tatsaechlich so normal ist, haette ich nicht gedacht. Hier kann man die Maedels wirklich fuer den ganzen Urlaub "mieten und gebrauchen" und es ist fuer mich inzwischen ganz normal, dass irgendein weisser Touri jeden Alters und zum Teil besten Aussehens mit einer Thai recht sprachlos, neben dir im Restaurant sitzt oder sie gerade auf dem Weg sonst wohin sind.
2 Tage spaeter...Fullmoonparty, Weihnachten und Torbens 2taegige-Reisebegleitung vorbei. Von Weihnachten habe ich nicht viel wahrgenommen. Auf Ko-Phangan versuchen sie nicht wie auf Ko Chang eine weihnachtliche Stimmung mit Lichterketten und weihnachtlichen Liedern hervorzurufen. Was aber auch nicht wirklich funktionierte. Trotzdem war Ko Chang viel besser als das hier und so ein bisschen finde ich es schade, dass wir nicht dort mehr Zeit verbrachten. Da kann man tatsaechlich bei der thailaendischen Gemuetlichkeit an, bewegte sich langsamer, dachte wohl auch langsamer und genoss einfach nur die Ruhe in einem. Die Leute, die wir trafen waren noch alternative Backpacker aus Australien, Italien, Griechenland etc. Auch wenn Ko Chang voll und ganz auf solche Leute ausgerichtet war (mit massig Bamboo-Tattoo Studios, eine Menge an netten Bars und Shops), ich bin froh, dass wir Ko Chang zumindest noch so sehen durften, dies wird in den naechsten Jahren wohl auch dem Massentourismus weichen, und diesen bekamen wir an Heligabend stark zu spueren.
Unser Heiligabend begann schon mittags, aehnlich wie daheim, mit unserem heiligen Vormittag (im Schwabenland trinkt man am Morgen des heiligen Abend gerne in den verschiedenen Kneipen und freut sich all die Leute wiederzusehen, die das ganze Jahr verteilt waren in der ganzen Welt).
Nur hier floss das Bier und kein Gluehwein. Zusammen mit 2 Ulmern lagen wir am ungesund-giftiggruenen Pool, tranken ein Bier nach dem anderen und bereiteten und so auf die Fullmoonparty vor. Schon so viel von ihr gehoert. War dann aber aeusserst enttaeuschend. So ueberhaupt kein Charme. Ein Club nach dem anderen saeumte den Strand. Uebelster Techno und wir auf der Suche nach was Rockigem. Tatsaechlich auch gefunden, die Masse an Leuten blieb zum Glueck bei der schlechten Schreddermusik. Hier kauft man kleine 1l-Eimer mit einer kleinen Flasche Rum oder Vodka drin, etwas zum Verduennen wie Cola, Eis und Roehrchen wie auf Mallorca. Wir setzten uns hin und mehr weiss ich, wie von Olli prophezeit, nicht mehr. Der Heimweg in den Morgenstunden ist dann wieder bewusst, hinten auf einem Pick-up mit anderen Touris. Und mein Spaziergang zu unserem Resort, ueber den morgendlichen Strand und meine folgende Flucht vor einem riesen Rudel Hunde ist auch unvergessen. Danke an Rollerfahrerin die mich heim brachte. Ich glaube meine besiegt-geglaubte Hundeangst hat mich wieder.
Wobei ich heute einen neuen Freund gefunden habe. Nur dass ich ihn nicht will, er es aber nicht versteht. Ein hellbraun-behaarter Freund mit Kulleraugen wacht vor unserer Bungalowtuer und wird mich verfolgen wage ich mich auch nur ein Schritt heraus.
Was die Bungalows angeht, sind hier wohl im Mittelfeld unserer bisherigen angekommen. Nicht so schoen wie das Oasis in Ko Chang. Hier handelte es sich um ein rundes Steinbungalow, mit strohbedeckten Dach, vielleicht 10 qm gross, Veranda mit Bank vor der Tuer und das Bad war ein kleines, liebvoll gemauerter Erker ohne Dach. Die Dusche, natuerlich kalt und auch der Klogang, war somit ohne Dach, aber dafuer mit Mondschein unter einem Palmendach. Traumhaft.
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Unsere zweite Huette war schmuddliger, aber teurer, da keine 5 m vom Strand. Beitzi wollte morgens aufwachen und aufs Meer gucken. Genutzt haben wir den Ausblick nicht wirklich oft, nur ich beim naechtlichen Verandaschlafen. Schoen war die Huette nicht, und der Abfluss der Dusche war in unserem Schlafzimmer, so dass sich das Wasser durch die spaerliche Badtuer ihren Weg durchs Schlafzimmer suchen musste. Das Bad ist in unserem aktuellen Bungalow um einiges schoener. Zwar gibt es hier wieder nur eine manuelle Klospuelung, auch Eimer genannt, und das Waschbecken ist das Klo, doch dass kenn ich ja schon aus Peru. Die Dusche, vom Schlafzimmer lediglich durch einen durchsichtigen Duschvorhang getrennt, troepfelt nur kalt vor sich hin und bietet auf Grund des warmen Meeres die einzigste Abkuehlung. Aber selbst die brauchen wir nicht, wirklich heiss ist es nicht, eincremen muessen wir uns auch nicht und nach Schottland hatte ich mehr Braeune erreicht.
Naja...die wuerde meinen mit blauen Flecken und einer grossen Blase verzierten Koerper auch nicht uebertuenchen... nachdem ich auf Ko Chang das erste Mal fuer einen Tagesausflug helmlos und kopflos auf einen Roller gestiegen bin und meine ersten 500 Meter gleich steil ansteigende Serpentinen waren, habe ich die Wunden auch nicht mehr los bekommen. Uebermut kommt vor dem Fall. Allerdings sehe ich im Gegensatz zu anderen Touris noch ganz gut aus. Hier machen sogar die Hospitals grosse Plakatwerbung mit westlichen Touris und viel Mullbinden. Habe ich allerdings nicht noetig…die Blase versucht ihr bestes zu heilen und mein wadengrosser blauer Fleck wurde bei einer Thaimassage rausgeknetet. So mehr oder weniger. Schmerzhaft? Oh ja. Aber das ist die Thaimassage eh...von Entspannung oder gar Erotik keine Spur.
Nach meinem ersten Fall vor ein paar Autos und meinem zweiten Fall in den Graben, bin ich inzwischen fuer Laufen und Taxi fahren. Denn auch so haben wir genug Programm, um nicht zum Buch lesen zu kommen.
So machen wir uns auf den Weg nach Thong Sala, eine Schnorcheltour buchen und heute abend werden wir uns live das blutige Thaiboxen anschauen. So wie ich mich einschaetze mit Augen zu...
So ist wieder ein Tag vorrueber...mit meinem treuen haarigen Begleiter und Beitzi....
Einige Tage vorrueber….inzwischen auf Ko Samui…Thaiboxen war grausam langweilig und da anfangs Kinder boxten auch etwas bedenklich. Schnorcheln war der Hammer… aber trotzdem blieb nach den letzten Tagen ein Eindruck zurueck: Die verkaufen hier einfach alles…ihre Kultur, ihre Natur, ihre Frauen, ihre Kinder und fuer mich somit ihre Wuerde…. Aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht naechstes Mal.
Ich moechte Euch allen noch ein schoenes Silvester wuenschen, Baguette im Kaese suchend oder Raclettepfannen fuellend, Sekt schluerfend, feiernd, urlaubend oder wie auch immer….…und dann natuerlich ein tolles Jahr 2008. Das jeder Einzelne von Euch seine persoenlichen Ziele, die er sich so gesteckt hat, erreicht und dann ganz schnell neue findet.
Liebste Gruesse ins kalte Deutschland, Eure Iris






Bussi aus der Ferne!!!