Die letzte Woche...

April 24, 2009 - Auckland, New Zealand

wenn ich schreibe das der 21. April ist, dann wird es real. Vielleicht sollte ich es deshalb nicht schreiben. Zu spät.

Ich liege mal wieder in der „Oaklands Lodge“ rum, und schreibe auf was wir so erlebt haben. „windy Wellington“ war sehr schön. Da wir aber unter einigermaßen riesen-großer Zeitknappheit

standen, haben wir dort nicht all zu viel gemacht. Einmal ins Museum den größten gefangenen Tintenfisch der Welt angucken (ausgestellt, trotzdem ungeheuerlich). Ein wenig in der Stadt umher gelaufen, nett Mittag gegessen und das wars dann auch schon fast. Da schon der 17. war, und wir am 19. eigentlich schon in Auckland sein wollten, mussten wir auch weiter.

Auf dem Weg in den Norden haben wir am Abend des 17. an dem größen See des Landes halt gemacht. Dem „Lake Taupo“ Dort wollten wir nämlich am nächsten Tag früh aufstehen, damit Kim Bungee springen kann. Das hat dann auch tatsächlich alles sehr gut funktioniert. Ich habe sogar ein Beweisvideo gedreht! Eigentlich wollte ich mitspringen, aber der Typ hat mich so durchdringend angestarrt, als er gefragt hat, ob ich irgendwelche bekannten Gesundheitsprobleme habe, da hat die Vernunft gesiegt (man merkt, ich werde alt und weise (vielleicht auch einfach nur langweilig))

Kim war ganz cool, ist ohne einen Mucks runter gesprungen und sein Fazit am Ende war: „Das ist langweilig. Fallschirmspringen war besser.“ Nun gut, es gibt halt Menschen die sind cool, und solche die sind sau cool. Kim gehört zur unglaublich coolen Gattung Mensch. (An dieser Stelle wirft er ein, dass er doch bitte zu der Gattung „Überragend, unglaublich, besonders cool gehören möchte. Gebongt!)

Nach dieser Aufregung (für mich war es nämlich sehr wohl Aufregung) brauchen wir erstmal ein leckeres Frühstück am See, bei strahlendem Sonnenschein.

Weiter gings Richtung „Huka Falls“

Das sind sehr hübsche Wasserfälle. Das Wasser in Neuseeland ist sowieso überall so klar und blau, genau so auch hier. Mit einem ziemlichen Lärm rauschen sie an uns vorbei, und wir haben Lust eine Wildwasser-Kayak-Tour zu machen. Da das zu gefährlich ist und wir eh keine Zeit haben, steigen wir einfach mal wieder in den Van und fahren weiter.

Nach ungefähr zwei Kilometern hat uns ein kleines Schild am Straßenrand neugierig gemacht. Auf ihm stand: „Zu den Mondkratern, hier entlang“

...und schon wieder angehalten.

Es war wirklich witzig, und sah teilweise aus wie auf dem Mond. Unter einem großen Feld befindet sich eine Magma-Blase. Die sorgt dafür, dass der Boden warm ist, und das Grundwasser zu kochen anfängt. Deshalb kommt überall Wasserdampf aus irgendwelchen Ritzen und blubbernde Schlammlöcher geben einem das Gefühl, das jeden Moment ein Dinosaurier um die Ecke gebogen kommen könnte. Das war nicht so beängstigend wie die Spinne die auf den Weg gekrabbelt ist und richtig groß und haarig war. Kim hat sie Gott sei Dank nicht gesehen, hat sich von da an aber nur noch hüpfend vorwärts bewegt. (An dieser Stelle ein Einwurf von Kim: „Das klingt, als hätte ich Angst vor denen. Ich hab keine Angst, das ist nur Ekel. Schreib das. Das ist nur Ekel!)

Witzig!

Den Spinnen entflohen, sitzen wir wieder im Van.

Weiter geht’s nach Rotorua.

Wir sind hin gefahren, angekommen, ausgestiegen und hätten fast auf die Straße gebrochen. (´tschuldigt meine Ausdrucksweise, aber es gibt keine schöneren Worte um das zu beschreiben) Es hat einfach so schrecklich nach Schwefel und faulen Eiern gestunken, dass wir es nicht länger als 10 Minuten ausgehalten haben, dann sind wir weiter gefahren.

Eigentlich wollten wir hier spannende heiße Quellen suchen, aber es war wirklich zu ekelig!

Es wird immer später und wir fahren weiter durch die Nordinsel. Im großen und Ganzen war diese Strecke bisher nicht ganz so beeindruckend wie die Südinsel.

Trotzdem schön.

Mittlerweile ist es Abends um 6°°Uhr dunkel, also gehen wir ziemlich früh Schlafen, weil es so blöd ist nichts von dem ganzen Weg zu sehen.

In der Nacht vom 18. auf den 19. April schlafen wir am Mout Manganui. Das liegt an der Westküste, und bei rauschendem Meereswasser und Strand schläft man ganz besonders gut und erholsam. Aufgewacht und schon eine SMS vom guten Lennart erhalten, machen wir uns auf den Weg zu ihm nach Auckland (besser gesagt Mt. Eden) Irgendwann Nachmittags machen wir Halt auf einem Rastplatz. Eigentlich wollen wir nur schnell ein Müsli essen, da überkommt uns die Müdigkeit und wir beschließen, uns für einen kleinen Mittagsschlaf hin zulegen. Drei Stunden später wachen wir ziemlich ausgeschlafen und erschreckt über die Uhrzeit wieder auf. Jetzt aber wirklich endlich nach Auckland, sonst wird das heute nichts mehr.

Wir schaffen es. In der „Oacklands Lodge“ dürfen wir sogar umsonst duschen, obwohl wir kein Zimmer gebucht haben. Nette Leute!

Mit einigen witzigen Engländern, Gin-Tonic, Bier und natürlich Lennart hatten wir einen sehr witzigen Abend. Lennart und ich sitzen sehr lange in der Küche und reden über Gott und die Welt. (Mehr über die Welt) Und darüber wie im Ausland sein, sich anfühlt. (Vielleicht erinnert er sich nicht mehr so gut an das Gespräch wie ich, aber es war sehr schön ;-) )

Was macht Kim in der Zwischenzeit? Sitzt im Bus und wickelt sich n paar Wraps.

Wer Kim kennt, weiß dass sich ab einem bestimmten Alkoholspiegel akute, unüberwindbare Müdigkeit einstellt. (Vor diesem Status kommt der Hunger, deshalb die Wraps)

Das nächste mal als ich in den Bus komme, liegt er wie ein Stein, das gesamte Bett einnehmend, bewegungslos und komplett angezogen da. Ich mache mir etwas Platz und schon wieder schlafen wir.

Am 20. April machen Kim, Lennart und ich (alle erstaunlicher Weise ohne Kater) eine Reise. Die Reise findet nur Dank unserer unglaublichen Orientierungslosigkeit statt. Wir wollen Frühstück bei Mc Donalds (ja,ja ganz schlecht. Wir werden fett und machen kapitalistische Reiche noch reicher...aber das Bedürfnis war groß!)

Ihr müsst wissen, dass die Neuseeländer von Take Aways leben, und es überall diverse Marken wie Burger King, KFC, Dominos Pizza, Pizza Hut und noch so unglaublich viele mehr gibt. Darunter eben auch (natürlich) Mc Donalds. Eigentlich sind sie an jeder Ecke. Auf einmal sind sie verschwunden. Wir suchen und suchen nach dem großen M. Wir finden es nicht. Ich lege mein Veto ein, als die Jungs bei Subway essen wollen, mein nächstes Veto bei Burger King wird ignoriert. Also dann eben Frühstück bei Burger King. Wir geben an dieser Stelle zu, dass wir uns ein wenig asozial gefühlt haben. Aber da wir ja auch nur noch in Büschen auf Klo gehen, geht das klar ;-)

Ich will Apfeltaschen, deshalb geht es wieder auf die Suche nach dem großen M. Und wir finden es sogar. Nun nur noch schnell nach Hause.

Pustekuchen.

Auf dem Weg nach Hause fahren wir drei (!!!) Mal an dem Burger King bei dem wir gefrühstückt haben vorbei. Irgendwann finden wir tatsächlich wieder nach Mt Eden. Es ist 11 Uhr, um halb 9 sind wir losgefahren. Das war ein langer Frühstücksausflug ;-)

Langsam werden die Spuren der letzten Nacht deutlich, und wir sind nicht zu mehr in der Lage, als auf den gemütlichen Sofas vorm Fernseher rum zuhängen.

Um 3°°Uhr machen wir uns mit Lennarts gesamten Hab und Gut auf dem Weg zum Flughafen, denn er muss heute seine Rückreise antreten.

„Adieu, schönes Neuseeland“, heißt es für Lennart. Darüber ist er ziemlich traurig, und auf den langen Flug freut er sich auch nicht. Aber wir waren erbarmungslos, und haben ihm einfach am Flughafen zurück gelassen. Böse Menschen.

Wir hatten aber auch noch was vor. (billige Entschuldigung)

Wir wollen innerhalb von zwei Tagen bis zur Nordspitze und zurück. Normalerweise nimmt man sich dafür ungefähr ´ne Woche Zeit. Die haben wir nicht, also los.

Um 23°° Uhr kommen wir nach einer ziemlich anstrengenden Fahrt in strömendem Regen in „Capa Reinga“ an.

Mal wieder wollen wir nur noch schlafen. Am Morgen des 21. April wachen wir auf, weil der Wind unseren Bus hin und her wackelt, und weil es an unserer Tür klopft. Todesmutig öffne ich und Blicke in ein freundliches Maori-Gesicht: „Sorry, Camping is not allowed here“

Jule:“Oh my word, so sorry. We didn´t see any signs“

freundlicher Maori Mann: „well, ok. Just take your rubbish with you. Have a nice day!“

Jule: „Thank you so much.“

(Jule zu sich selber: Ob der wohl wo freundlich war, weil ich halb nackt im Bett saß?) :-D

Danach sind wir aufgestanden, um uns das nördlichste Ende Neuseelands anzuschauen.

Es ist ein sehr beeindruckendes Ende!

Es ist auch ein sehr beeindruckender Gedanke, dass wir die an diesem Tag die ersten Menschen der Welt waren, die die Sonne haben aufgehen sehen. (nun gut, sie war hinter dicken Wolken versteckt, aber der Gedanke ist trotzdem toll!)

Wir sind ein ganzes Stück zum nördlichsten Ende gelaufen. Dort steht ein kleiner, niedlicher Leuchtturm, und die Landschaft ist auch sehr schön. Das wahnsinnige ist aber das Meer. An dieser Stelle prallen die Tasmanische See und der Pazifik aufeinander, und das kann man wirklich sehen! Die beiden Meere haben ganz unterschiedliche Farben, und mitten in der Mitte des Wassers stoßen sie mit großen Wellen gegeneinander. Gegen den Wind, einfach so. Sehr beeindruckendes Schauspiel, das man auf den Fotos nur sehr schlecht einfangen konnten (wie so Vieles...)

Auf geht’s zurück nach Auckland, denn nun wollen wir unseren geliebten Van wieder verkaufen. Der hat (für uns) ausgedient...

 


Pictures

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