Vom 3. – 6. Juni fand endlich die langersehnte Erasmusreise der CEU nach Salamanca, Segovia und Avila statt. Neben einigen wenigen bekannten Gesichtern aus dem ersten Semester oder dem Englischkurs hatte ich die meisten Mitreisenden noch nie gesehen, musste mich aber trotzdem erstmal auf Mitbewohnersuche fürs 4er-Zimmer machen, was dann echt schnell ging, weil sich wohl die meisten nicht kannten. Und so wohnte ich dann mit Pauline aus Frankreich, Pauline aus Polen und Frederik aus Belgien zusammen, eine bunte Mischung. Gleich am ersten Abend zogen wir dann auch gleich um die Häuser der Innenstadt, angefangen bei einer typischen Tapasbar in der das Bier mit oder ohne Tapas 1,60 Euro kostete... und Tapas heißt in dem Fall tatsächlich ne kleine Schale Salat, Brot mit was drauf oder Patatas Bravas... nach 3-4 Bier hatte man also gut was im Magen und auch schon im Kopf... einzeln bestellen war ja jeweils genauso teuer. Immerhin, in der nächsten Bar haben Freddie und ich zwei andere noch im Billard besiegt! Der Absch(l)uss erfolgte dann in nem Laden namens Atahualpa, wo man für 6 Euro Eintritt soviele Copas trinken konnte, wie man, ja eben, trinken konnte... Cacique war nicht im Angebot, das weiß ich noch sicher und bis um halb 3 wenn ich mich recht erinnere,! Der Abend war ja noch jung! Bis wir dorthin gelangten, hatten wir die Hälfte der Leute unterwegs verloren, wie das ging kann sich auch keiner erklären... Salamanca ist echt ne kleine Stadt, 100.000 Einwohner und nochmal 50.000 Studenten. Wie wir in der Nacht das Hostel gefunden haben ist mir trotzdem ein Rätsel, als wir uns zu Fuß aufmachten glaubte sich jeder noch an den Weg erinnern zu können – jeder an einen anderen. Andere Gruppen fragten bei diversen Nachtwächtern in Hotels nach oder nahmen gleich ein Taxi. Zu Hause angekommen war mein unteres Bett dann schon mal belegt von Pauline, die meinte sie kann nicht jedes Mal zum Brechen vom oberen Bett runterklettern, ob wir nicht tauschen können. Ok, und so putzte ich mir die Zähne zwischen einer sich im Klo und einer sich im Waschbecken übergebenden Pauline und hätte am liebsten mitgemacht... gut dass wir am nächsten Morgen um 11 schon wieder in der Stadt sein mussten, wir hatten nämlich ne mehrstündige Führung gebucht! Jawohl! Und die tat mir dann auch echt leid, wir waren ein Haufen miesgelaunter Hangover-Gesichter, schlecht auf den Beinen und zwischen überdreht kichernd und völlig lethargisch... dabei war die Stadt echt wunderschön, aber Kirchen interessieren mich zum Beispiel noch nicht mal im fitten Zustand und nach zwei Stunden fiel auch mein bis dahin hoffentlich höflich-interessiertes Gesicht in sich zusammen und ich wollte nur noch nen Kaffee und mehrere Liter Wasser dazu!
Nach zwei Stunden wurden wir dann entlassen, was soll ich sagen, ich werd mir mal ein Buch zu Salamanca kaufen müssen, an Inhalte kann ich mich kaum erinnern... zum Glück hatte Birgit, die Österreicherin, die Mission, ihre 2GB Karte zu füllen mit Fotos von den 4 Tagen... die hat sie mir überlassen und die stellen übrigens auch nen Großteil der Bilder im Blog dar... danke! So bleibt mir wenigstens die Erinnerung!
Wir belohnten uns fürs Durchhalten dann erstmal mit nem leckeren Mittagessen, Shoppingtrip, stundenlangem in der Sonne sitzen (im Schatten wars echt kalt, wir hatten trotz Mai um die 10 Grad und froren erbärmlich!), und mehr essen. Nach nem kompletten halben Hähnchen mit Pommes fiel ich dann nur noch vornüber ins Bett auf meinen Bauch und holte Schlaf nach!
So konnte ich dann Segovia am nächsten Tag richtig genießen, eine wunderschöne Stadt mit dem Walt Disney Schloss, nem riesigen Aquedukt und ner nahezu perfekt erhaltenen Innenstadt, erbaut vom reichen Klerus Spaniens mit verzierten Hauswänden und Balkonen... das lohnte sich wirklich anzuschauen. Leider überraschte uns in der Kälte auch noch der Regen und wir waren natürlich garnicht vorbereitet und konnten nur noch rennen, erst in die nächste Kneipe, Miss Daisy oder sowas mit Walt Disney Menüs die als Bilder die ganze Wand zierten, und schließlich zum Bus, wo wir klatschnass einliefen und alle abkömmlichen Kleider zum Trocknen aufhängten...
Abends nochmal loszuziehen war dann für die meisten ein ziemlicher Kampf, aber die Gruppe vom Vorabend schwärmte von den Discos bis wir uns aufrafften und wiederum die halbe Stunde in die Stadt liefen. Was sich auf alle Fälle lohnte, wir besuchten so um die 8 verschiedene Diskos (die alle die gleiche typische Studenten-Musik spielten), tranken dazwischen auf der Straße und versteckten die Flaschen in Büschen und hinter Häusern (Botellon ist in Salamanca im Gegensatz zu Valencia erlaubt!), lernten einige Junggesellenabschiede kennen (verkleidet als Kuh mit Euter, Torrero, Frau etc.) und tanzten die Nacht durch... einschließlich der typischen Erasmus-Begebenheiten, die Anna und ich irgendwann zu fotografieren begannen: eine sehr flexible und vielseitig knutschende Pärchenbildung, eine grenzenlose Verbreitung von Herpesviren und sonstigen Krankheiten, von harmlos bis Herzen brechend – Paparrazzi unerwünscht ;o) und Zeit zu flüchten, diesmal mit nem Taxi, für alle Fälle.
Die Typen vom Junggesellenabschied sah ich dann am nächsten Morgen in der Herberge wieder, Kuhkostüm mit Euter locker über den Koffer geworfen, einschließlich des Bräutigams, der mich am Vorabend mit jedem seiner 20 Kumpels verkuppeln wollte... wir brachten beide kaum die Augen auf, grinsten nur und griffen zur Sonnenbrille! Weiter gings schon wieder Richtung Heimat, aber vorher noch einige Stunden nach Avila zum Mittagessen und, genau, Stadtbesichtigung. Was soll ich sagen, wunderschön aber wir hatten nur wenig Zeit und es war kalt und so windig, dass man nicht mal die Karte lesen konnte.
Abends um 10 in Valencia angekommen hätten wir fast die letzte Metro verpasst (jupp, die fährt hier um 22:20 Uhr!!!) und kamen so grade noch nach Hause. Und zumindest ich auf direktem Weg ins Bett.
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