ASA 1.VBS

April 27, 2007 - Frankfurt, Germany

Ja, jede Branche hat ihre eigenen Abkürzungen. InWent, die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, schreibt im ASA-Programm (Arbeits- und Studienaufenthalte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa) gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, verschiedene Projekte für Studierende und junge Berufstätige aus. Das 1. VBS ist das erste Vorbereitungsseminar, also ein erstes Treffen der meist Zweierteams die sich aus Teilnehmern aus ganz Europa zusammensetzen.

Mit Ryanair flog ich also am Samstag, den 21.04. nach Frankfurt/Hahn und geplant war, dass ich dort von Christian abgeholt werde, Holger und Nadine treffe und wir erstmal Frankfurt unsicher machen, bevor sie mich dann am Sonntag in Rieneck (BEI Frankfurt, aber dazu später!) abliefern. Christian hatte ein Hotel in Frankfurt organisiert, Holger und Nadine wollten zurück nach Gütersloh, das sind so 350 km... es war so perfekt organisiert... zu schön um wahr zu werden. Als mein Flieger in Valencia sich in Richtung Startbahn bewegt, krame ich mein Handy raus um es auszuschalten und sehe nur ne SMS von Christian: „hatte nen schweren Unfall, bin auf dem Weg ins Krankenhaus.“ Mist. Und jetzt? Erstmal 2,5 h Flug, dann in Hahn keinen erreicht. Um wenigstens nicht am Flughafen festzusitzen, nehme ich erstmal den Bus Richtung Frankfurt... Holger will schon mal für mich im Hotel einchecken, aber ohne Christians Kreditkarte wird die Buchung nicht gültig und kann nicht bezahlt werden. Sie haben dann das Hotel gecancelt und mich im Audi TT auf der Rückbank nach Güterloh gekarrt. Und am nächsten Tag nach Rieneck, was noch ein ziemliches Abenteuer war, da das Navi uns quer durch den Wald schickte... In Holgers Butze gabs dann erstmal gemütlich Caipirinha und Wiii und Chris meldete sich auch endlich, und beruhigte uns, dass außer Platzwunde, Gehirnerschütterung und Firmenwagen schrott nix passiert ist... na dann Prost.
Am Schild Pfadfinderburg Rieneck, Verein christlicher Pfadfinder schmiss Holger mich dann raus, da musste ich jetzt selber durch. Vor mir lagen 5 Tage Kennenlernspiele, Pädagogik und allgemeine Vorbereitung auf den Aufenthalt mit 60weiteren nach Lateinamerika ausreisenden Stipendiaten und abends um 22:30 Uhr wird die große Hollztür geschlossen.
Die Zeit geht dann auch recht schnell vorbei, was nicht zuletzt am prall gefüllten Programm lag, das morgens um 8 mit Frühstück begann und abends laut Plan um 22 Uhr enden sollte... danach konnte man, wenn man noch konnte, Filme gucken, Bier trinken, feiern oder selbst Programm zum Beispiel am bunten Abend anbieten. Da ich langsam müde bin, noch mehr Leute kennenzulernen, die ich nie wieder sehen werde, mir weitere Namen zu merken mit der dazugehörigen Stadt und dem Studiengang, hab ich versucht, mich auf meine Gruppe zu beschränken und ich hatte Glück, dass die anderen 7 echt nett waren. Darüber hinaus hatten Heike und ich jede Menge für unser Projekt zu recherchieren, vorzubereiten und zu schreiben, dass wir jede Pause dafür nutzten, weil während der Arbeitseinheiten dafür nie Zeit war, obwohl es im Programm ausdrücklich vorgesehen war, dass spanische Lebensläufe, Arbeitspläne und Projektprogramme geschrieben wurden... das hats nicht grade einfach gemacht. Zumal Heike grade in Istanbul studiert und ich in Valencia, wir hatten also keine Möglichkeit uns danach nochmal irgendwo zu treffen...
Ich will euch jetzt nicht mit unseren Problemen langweilen, nur sovie: wir brauchen alles mögliche Material zum Filmen, Fotoapparate für die Kinder, Filmmaterial und Geld für die Entwicklungskosten und machten uns daher schnell und kreativ an die Arbeit. Außerdem konnten wir einige Leute die zuvor ähnliche Projekte gemacht haben befragen, was echt schon mal half.

Ich werde am 1. August nach Lima/Peru ausfliegen und dort dann mit meiner Projektpartnerin Heike im folgenden Projekt arbeiten:

PERU

In der nördlichen Andenstadt Cajamarca leben viele Kinder und Jugendliche in ärmsten Verhältnissen. Sie müssen schon früh arbeiten gehen oder auf der Straße betteln. Für eine kindgerechte Lebensgestaltung bleibt unter diesen Bedingungen wenig Raum.

Der Verein "Centro Experimental de Talleres Artísticos" (CETA) wurde 1997 auf Initiative von peruanischen SonderschullehrerInnen gegründet. Kindern und Jugendlichen, die für ihren Lebensunterhalt auf der Straße arbeiten müssen, wird hier ein kreativer Ausgleich geboten, der sie vor Drogen und Kriminalität schützen soll. So organisiert CETA unter anderem Mal-, Theater- und Tanzkurse, die auch auf öffentlichen Plätzen aufgeführt werden.

Im Vordergrund des Projekts steht die filmische und fotografische Dokumentation der Arbeit von CETA. Die ASA-StipendiatInnen nehmen an den CETA-Projekten teil, damit sie die Organisation und die Menschen besser kennen lernen. Gemeinsam mit den Jugendlichen und MitarbeiterInnen wird ein Konzept erstellt, wie die zentralen Inhalte der Abeist von CETA in einer Film- oder Fotodokumentation wiedergegeben werden können. Anschließend soll die Dokumentation gemeinsam gestaltet und umgesetzt werden. Die ASA-TeilnehmerInnen werden dabei interessierten Kindern und Jugendlichen filmische und fotografische Grundtechniken vermitteln.

Das Projekt bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, neue Techniken zu erlernen und sich selber zu präsentieren. Gerade für diese Zielgruppe, die von ihrer Umwelt häufig gar nicht wahrgenommen wird, ist öffentliche Darstellung der eigenen Lebenswelt eine Chance, Selbstbewusstsein und Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

BewerberInnen sollten Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben. Das Projekt wird von August bis Oktober 2007 stattfinden.
Vorgeschlagen von: Lisa Wolff (Alternativas e.V.)

Pictures

DSCN1001
DSCN0997
DSCN0996
DSCN0995
 
 

Leave a comment

* Name:
* Email: (won't be displayed)
Website:
* Comment:
Fuzzy Travel · Next »
Create blog · Login