Copacabana - Hippiestadt?

January 3, 2008 - Copacabana, Bolivia

Von Puno aus kann man mit dem Bus bis an die Grenze nach Bolivien fahren, oder zumindest in die Naehe. Dann wirds kompliziert, denn dann stuermen Fahrraeder, Microbusse und Mototaxis auf einen ein, die einen jeweils bis zu nem anderen Punkt kurz vor der Grenze bringen, wo man dann mit dem naechsten Verkehrsmittel weiterreist. Am billigsten ists mit nem Fahrrad oder zu Fuss zur Ortsmitte und von da mit dem Micro zur Grenze. An der Grenze ist Zeit fuer Mittagessen und es geht erstmal garnichts. Leider gibts auch kein Mittagessen, aber die ein Polizist weist mich an, doch kurz in Bolivien essen zu gehen und danach die Formalitaeten zu erledigen... haeh? Nee, trau ich mich nicht. Nach dem Essen nehmen mich die Grenzer dann bei der Hand, bringen mich zur Polizei und in den Copyshop und zurueck in ihr Buero - und vor denen hatte ich Angst? alles easy! Was fuer ein Service. Einer der Polizisten will wissen, ob die Nazis dort in Deutschland immer noch an der Regierung sind - Smalltalk eben. Mich trifft echt der Schlag, und ich ueberlege kurz, ob ich mit erhobener Hand ueber die Grenze marschiere - ein typisch peruanischer Witz, die sind hier so weit weg und haben so wenig Ahnung von Geschichte, dass die sich ueber das Thema ziemlich totlachen koennen... kann man aber auch von lernen, find ich.
Geld hebe ich dann in Copacabana ab, das 20 min mit dem Taxi entfernt liegt. Oder eben auch nicht, dort gibts naemlich keine Bank, keinen Geldautomaten und es wird auch nirgends Visa akzeptiert. Ich bin mit Bankkarte und Visakarte also ziemlich aufgeschmissen und ueberlege auch schon, irgendwelche Sachen vom Boden aufzuheben um daraus Schmuck herzustellen und mich neben die Hippies zu setzen und mein Zeug so zu verkaufen. Ich glaube, denen ist dasselbe passiert, deshalb leben hier so viele von der Hand im Mund und verkaufen Ohrringe, Steine, ...
Das Hotelzimmer hab ich dann natuerlich vom Blick auf den Titicacasee abhaengig ausgewaehlt und im Brisas del Titicaca wohne ich dann quasi am Strand. Fuer 3,50 Euro die Nacht!
Die obligatorischen Ausfluege sind hier zur Isla del Sol und Isla de la Luna, eine Bootstour bei der letztere Insel nur in der Hauptsaison angesteuert wird. Der Fuehrer sagt, ein Spaziergang bis zum noerdlichsten Punkt des Festlandes von wo aus man die Insel sehen sei schoen, dauert aber 4-5 Stunden. Auf nem Motorrad schafft man die Strecke in 45 min ;o) Macht hin und zurueck ca. 2 h, wenn nicht der Junge, der mir das Ding vermietet hat, seine Uhr vorgestellt haette! Ich hatte auf einen Uhrenvergleich bestanden vor der Abfahrt und bei der Ankunft war es auf seiner Uhr dann 20 min spaeter als auf meiner. Ich hab dann saemtliche Barleute nach der Zeit gefragt und mich geweigert zu bezahlen, da alle meine Zeit hatten...
Die Naechte sind  lang in Copacabana: Um 11 schliesst hier alles! Bar, Restaurant und schliesslich auch die Hotels!!! Haeh? Hippiestadt? Buntes Treiben, freie Liebe und Drogenkonsum auf der Strasse? Das ist lange her, sagen die Einwohner. Irgendwann wurde es selbst den ignoranten Bolivianern zu bunt und alles wurde verboten... so ist Copacabana ein nettes Kuestenoertchen am Titicacasee wohin viele Bolivianer an freien Tagen mit der ganzen Familie reisen, sich ein Schwanfoermiges Tretboot mieten oder baden gehen.

1 Comment

January 7, 2008
hi chica,

wie ich sehe bist Du zu Silvester doch nicht nach Berlin zurückgekehrt und ich frage mich, ob ich Dich vor Australien überhaupt noch zu Gesicht bekomme...
Mir steht ein anstrengendes Jahr bevor, die Magisterarbeit will geschrieben werden und so einige Klausuren, aber ich habe ja auch ein Ziel vor Augen. Melbourne! Vielleicht bist Du dann ja noch down under und wir können endlich mal ein Wiedersehen feiern!
Mil besos y un abrazo fuerte oder doch besser take it easy and have a good one, mate ganz im Aussie style ;),

Steff

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