DB workflow

October 10, 2008 - Berlin, Germany

Dieses Jahr hat sich meine Freundschaft mit der Deutschen Bahn wohl nach 7 Jahren vorerst erledigt.

  1. Die Frau am Schalter gestern hatte keinen Plan von den InterRail-Tarifen, aber gut. So oft verkauft man die ja nicht. Auf die Frage nach noch verfügbaren Sparangeboten nach Stuttgart für Montag sagte sie, dass nix mehr frei wäre. Zu Hause im Internet Nachsehen ergab aber: Es ist noch etwas verfügbar. Sogar für 29 Euro.
  2. Also: Online-Ticket kaufen. Passwort vergessen. Gefragt wird nach Benutzernamen, email-Adresse und Kundennummer. Wie soll ich mir eine Kombination aus 3 Variablen merken, wobei für Parameter #1 5 Werte in Frage kommen, für #2 ca. 10 und für #3 zwei Nummern auf meinem "Du bist eine Nummer!"-Zettel stehen?! Also gebe ich solange falsche Dinge ein, bis der Zugang gesperrt wird und eine Email versendet wird. 30 Minuten warten.
  3. In der Email steht dann drin, dass ich bitte auf die schon besuchte Seite gehe und die 3 Werte eingebe. Was für eine Hilfe! Hm, noch ein paar Versuche und es klappt.
  4. Traum-Ticket gefunden, und weg war's in den 30 Minuten. Also gut, suche ich ein anderes...
  5. Gefunden! Aber: Online-Ticketbuchung nicht möglich, weil ich nicht entsperrt bin. What the hell...? Ich habe doch im Mai ein Ticket online gebucht?!?!?!
  6. In den FAQs steht: BahnCard-Inhaber brauchen kein Lastschrift-Formular faxen, sondern werden sofort freigeschaltet. Doch den Freischalt-Button gibt's nicht, nur den mit dem Formular. Verdammt. Also gut: ausgedruckt, unterschrieben, Perso kopiert und an eine 01805 Nummer gefaxt. Toll!
  7. Um das Verfahren etwas zu beschleunigen, rufe ich mal an. Schließlich war ich ja schon mal freigeschalten. Vielleicht nur ein Fehler in der Datenbank. 5 Mal angerufen. Warteschleife. Als ich dann endlich durchkam: Da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen, rufen Sie bitte 01805XXXXXX an.
  8. Okay, mach ich. Weitere 4 Anrufe. "Das dauert so um die 10 Tage... Nein, da kann ich Ihnen nicht helfen... Das wäre Bevorzugung... Schauen Sie unter Ihren Buchungen nach, Sie haben noch nie gebucht. Wenn Sie mir nicht glauben wollen..." Doch ich glaube Ihnen und ich kenne auch Datenbanken (und deren plötzliche, unerklärliche Wandlungsfähigkeit). Ich habe das Online-Ticket noch zu Hause liegen, mit Kundennummer und allem. Aber die Mühe des Beweises lohnt sich dann doch nicht. Nur: Sie hätte freundlicher sein können...
  9. Ich versuch's am Automaten im DB-Reisezentrum (ist 5 Euro billiger als am Schalter). Und - oh Wunder - es funktioniert. Ich gehe glücklich und zufrieden mit einem 29 Euro Ticket nach Stuttgart für Montag davon. 2.5 Tage vor der Abfahrt... Es ist wirklich ein Wunder!

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