Total verpennt - dafür ausgeschlafen!
Völlig verplant losgerannt - 20min bevor der Zug abfährt - macht sonntags 7 Uhr morgens in Spanien nicht viel Sinn - es fahren zwar immerhin Metros in Madrid, aber in welchen Abständen! Es sind verdammt wenige Menschen auf den Strassen, sodass ich das Pech hatte, in eine recht abartige Variante Mann zu laufen. Der hat mich eine Weile verfolgt und ist nah genug gekommen, um meinen Fäusten, Ellbogen und Knien Angriffsfläche zu bieten. Ich hab erst realisiert, als ich wieder in der WG unter der Dusche stand, worum es ging. Ich hatte nicht mal Angst, ich war einfach nur wütend und aggressiv, weil ich so schnell wie möglich zum Bahnhof und nicht aufgehalten werden wollte. Naja, der Typ hat morgen so einige blaue Flecken.
Nach der Dusche und ohne mein Lieblings-Shirt zu vergessen, verließ ich die WG zum zweiten Mal und absolvierte einen etwas entspannteren Marathon (7l Wasser sind verdammt schwer) von Argüelles über Puerta del Atocha, Atocha Cercanias und Chamartín zum nächsten Zug nach Hendaya durchs Herz Spaniens... Eine Landschaft im Morgenlicht, die jedes Pseudo-Geologenherz höher schlagen läßt
Bevor ich mich eingerichtet hatte mit Musik, Flüssigkeitsversorgung und Kafka - meine redundanten Systeme erstreckten sich leider nicht auf den passenden Lesestoff - durfte ich mir noch die Angeberei eines Japaners anhören, der nach eigener Aussage während seiner Reise in 2 Wochen Französisch und Spanisch gelernt hat. Okaaaaayyyyyy!!! Schön für dich! Und was hast du sonst so gemacht?
Also zusammenfassend, was lernt man in einer Woche Spanien: kaufe niemals ein Ticket im Voraus, du verschläfst sowieso - auch wenn die Nacht eine Stunde länger ist. Irgendwie und irgendwann kommst schon ungefähr an dein Ziel. Verlasse mit Kopfschmerzen niemals das Bett und ohne auch nicht vor 9 - verschwendete und manchmal auch gefährliche Zeit. Und - wenn du schon mal da bist, kannst du auch länger bleiben. Heute wird so schnell nicht mehr...