...war der cheerful slogan der Führung bei stürmischem Regen, Kälte und Nacht durch die Stadt und die französische Geschichte. Er hat mich recht lang warm gehalten, aber irgendwann fiel ich etwas fiebrig ins Bett und hoffte nur noch, ich würde halbwegs gesund, wenn schon lebendig, am Morgen erwachen. Der brutale Wechsel von andalusischen sonnigen 25°C zu Pariser gefühlten 5°C am Morgen, als einzig verfügbare Lektüre Kafkas Erzählungen, die in der passiv geschilderten Begegnung mit Tod und Existenzscheitern keinen Raum für einen kompromisslosen Kampf um das Überleben der eigenen Seele nach meinem Geschmack lassen, die spontane Erinnerung vor der Notre Dame du Paris an die 17s, die ein guillotinierter Körper noch wahrnimmt, während ich eine weit gereiste Banane verspeiste - oder was von ihr übrig war - ... trug alles nicht dazu bei, mich sonderlich lebendig zu fühlen. Zunächst.
Der Horror war noch längst nicht vorbei... er fing erst an. Überall in Paris: Menschenschlangen. Es war kein Entkommen. Vor rempelnden, lauten, nie auch mal ein Kapitel lang stillstehen lassenden gleichgewichtsgeschwächten Kindern, katalogisierenden Japanern, selbstgerechten Senioren etc.
Doch blendet man das alles aus, während man in einem Strom durch Ausstellungen und Schlösser geschoben wird, kommt man am Ende nur zu einem Schluss: In den 2.75 Tagen Paris habe ich es nicht mal geschafft an der Oberfläche zu kratzen. Eine grundlegende Orientierung in der Stadt, im Louvre und in Versailles ist jetzt vorhanden, ich weiss, was ich noch alles sehen will – und dass ich definitiv mindestens das dreifache an Zeit für Paris brauche wie für sonstige Städte.