Zámbiza City Dump - Müllkippe

October 8, 2007 - Quito, Ecuador

Auf der Zámbiza City Dump – Müllkippe hier in Quito verdienen Menschen ihren Lebensunterhalt damit, recyclebaren Müll zusammenzutragen und zu sortieren. Die Leute leben entweder in kleinen, provisorisch gebauten Hütten direkt bei der Müllkippe, um ihren gesammelten Recycle-Müll vor Dieben zu schützen, oder reisen jeden Tag bis zu zwei Stunden aus allen Bezirken Quitos an.

Da es in Ecuador keine Mülltrennung gibt, picken die Müllabfuhrarbeiter, die drei Mal pro Woche den Müll in der Stadt einsammeln, schnell den offensichtlichen Recyclemüll aus dem Rest heraus. Dann kommt der Müll auf eine der Müllkippen, zum Beispiel nach Zámbiza. Seit vier Generationen leben dort Menschen und suchen nach Essensresten und verwertbaren Materialien. Über 300 Familien versuchen dort heute ihren Lebensunterhalt mit dem Suchen von Recyclemüll (Papier, Karton, Metall, Plastik, Glas) zu bestreiten.
Seit etwas mehr als zwei Jahren findet man dort nun mehrere offene Betonhäuser, die von der "Fundación Natura" gebaut wurden. Dort wird der Müll abgeladen und die Arbeiter machen sich auf die Suche. Zuvor war ihre Arbeitsstelle die riesige Müllhalde, die Schicht um Schicht mit Erde und Müll erhöht wurde. Die "Fundación Natura" bezahlt ihre Arbeiter nicht, aber registriert sie, stattet sie (zumindest teilweise) mit Helmen aus und verbietet allen unter 18 Jahren den Zutritt zur Müllkippe.
Recyclefirmen kaufen den Arbeitern den gesammelten Müll ab. Mit harter Arbeit können so bis zu 200US$ im Monat verdient werden (ecuadorianischer Durchschnittslohn - entspricht etwa 140 Euro), der Durchschnittsverdienst liegt aber bei 100 - 150US$.

Die Menschen, die in Zámbiza arbeiten, sind teilweise körperlich oder psychisch behindert, waren vielleicht nie in der Schule und haben manchmal sogar Kinder mit engen Verwandten.

Seit eineinhalb Jahren gibt es dort nun ein Day Care-Center, wo die 0 bis 6-jährigen Kinder der Müllsucher von vier Mitarbeitern der christlichen Organisation „Extreme Response“ betreut werden. Dort ’dürfen sie Kind sein’, bekommen eine ausgewogene Ernährung, Aufmerksamkeit und können den ganzen Tag spielen. Jeden Tag kommen etwa 50 bis 55 Kinder, die oft aus schwierigen Familienverhältnissen stammen.

Es gibt auch eine Arztpraxis, die zwei Mal wöchentlich für die Arbeiter und ihre Kinder geöffnet hat. Im Moment sind die Leute dort damit beschäftigt, die Kinder von Windpocken zu kurieren. Aus diesem Grund ist das Day Care Center geschlossen (ich wollte Fotos für euch machen), aber ich konnte einige Fotos von Marco bekommen, der erst vor kurzem dort war.

Nun möchte ich versuchen, ein wenig Geld zusammenzutragen, um den Kindern in Abstimmung mit „Extreme Response“ Spielzeug (u.a. für spielerisches Lernen), Bastelutensilien, Bilderbücher, (Grund-)Nahrungsmittel, Windeln usw. kaufen zu können.

Euch möchte ich bitten, mir dabei zu helfen und auf das unten angegebene Konto zu spenden. (Leider kann ich von hier aus kein Spendenkonto in Deutschland einrichten, deshalb gebe ich hier mein Privatkonto an). Mit Fotos und einem Bericht werde ich euch dann erzählen, was ich für die Kinder kaufen konnte.

Kontoinhaber: Christine Rohrer
Konto-Nr.: 1720457
BLZ: 460 500 01
Bank: Sparkasse Siegen

(Überweisungen bis zum 22.10.07)

VIELEN DANK FÜR EURE HILFE!

Christine


P.S.: Wenn ihr euch noch weiter informieren wollt, dann schaut auf die Homepage von Extreme Response (www.extremeresponse.org).

Pictures

Zambiza Siedlung
Schwein
Müllarbeiter
Zambiza-Hütten
 
 

1 Comment

Christian Lemier:
December 30, 2007
Hallo Christine, ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen, weil ich nach "Zámbiza" gegoogelt hatte... Ich war vor 5 Jahren einige Monate in Quito und durch Zufall war ich bei der Weihnachtsfeier auf der Müllkippe dabei um zu helfen. Wirklich ein Drecksloch und die Leute die dort arbeiten sind zu bedauern. Wir haben für die Kinder Spiele organisiert und später für alle Essen und Carepackete verteilt. Die Menschen standen schon vor 8 Uhr am Zaun, obwohl es erst gegen 10 Uhr losging. Mittags um ca. 17:00 hatten wir ca. 2500 Menschen versorgt. Wer bei dem Gestank und in der prallen Ecuadorianischen Sonne für einen Teller Reis so lange ausharrt, dem kann es nicht gut gehen... .
Gute Sache, dafür zu sammeln!

Gruß,
Christian

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