Besser hätte ich´s auch nicht beschreiben können

October 21, 2007

"Ein populärer, hundsgewöhnlicher ecuadorianischer Bus, der meist im Affenzahn über die kurvenreichen, steil abfallenden Landstraßen braust, ist oftmals nur ein improvisiertes Ensemble aus eiligst zusammengeschweißtem Blech, dröhnendem Motor und verbrauchten Stoßdämpfern. Auch der übrige Zustand des Wagens spottet oftmals jeder Beschreibung.
Ein durchschnittlicher, gemeinhin anzutreffender ecuadorianischer chófer (Busfahrer) ist häufig nicht viel besser als sein Gefährt: unhöflich, unrasiert, übermüdet und von einem mörderischen Überholrausch besessen, der selbst vor blinden Spitzkehren und Haarnadelkurven nicht Halt zu machen scheint. Auffahren, ausscheren und Motor aufheulen lassen. Tief unten nagt der tosende Wildbach an den Steilwänden. Leitplanken gibt es wenig. Stattdessen schmücken zahlreiche Kreuze den Fahrbahnrand.
Die hilflos ausgelieferten Fahrgäste, oftmals dicht zusammengepfercht, laufen bei den ruckartigen Brems- und Überholvorgängen ständig Gefahr, von einem der spitz hervorstarrenden Metallrohre der wackligen Vorderbank durchbohrt zu werden. Währenddessen läuft in der voll aufgedrehten Flimmerkiste über den Köpfen der auf Gott Vertrauenden die rotlastige Kopie eines thailändischen Knochenbrecherstreifens, in unverständlichem Englisch und mit unleserlichen Untertiteln."

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