La Paz bis San Pedro de Atacamas

November 22, 2011 - Uyuni, Bolivia

Hola chicas y chicos

 

Am ersten Reisetag mit Simon besuchten wir das stadt-, wenn nicht sogar landesweit bekannte Cholitas Wrestling. Auf dem Alto Plano oberhalb von La Paz kaempfen Frauen in traditioneller Tracht jeden Sonntag gegeneinander, gegen Monster oder Maenner. Es war ziemlich amuesant und wir in der vordersten Reihe hatten mehr als einmal eine Wrestlerin mitsamt der Abschrankung auf dem Schoss. Sie beschraenkten sich naemlich nicht darauf im Ring zu kaempfen, sondern bezogen das ganze Publikum mitein. Das Publikum entschied sich ziemlich schnell fuer die eine oder den einen Wrestler und der weniger Sympathische wurde dann mit allem Moeglichen beworfen. Es flogen Sandwiches, Petflaschen, Wasser oder ganze Packungen Popcorn durch die Luefte. Nach dem Wrestling ging es mit dem Nachtbus nach Cochabamba, eine Stadt die alle Einheimischen kennen, uns aber ueberhaupt nicht gefallen hat. Darum bestiegen wir am darauffolgenden Abend auch schon wieder den Nachtbus nach Sucre.

Tja Bolivien, ich habe es ja gewusst und auch ein bisschen darauf gehofft: Morgens um 6 Uhr war Schluss mit Busfahren. STREIK! Die Lastwagen blockierten die Strasse nach Sucre und die Touristen mussten laufen... Zum Glueck nicht weit, denn wir waren einer der ersten Busse, der vor der Blockade anhalten musste. Nach ca. 15 min. konnten die Taxis von der Stadt her zur Blockade hinauf fahren und wir einsteigen. Uff! Sucre ist die offizielle Hauptstadt von Bolivien (obwohl der Regierungssitz in La Paz ist). Wir fanden uns in dieser Stadt ueberhaupt nicht zurecht. Sie ist zwar, wie alle amerikanischen Staedte, quadratisch aufgebaut, doch nach jedem zweiten Block wechselt der Strassennamen! Irgendwie hatten wir auch den Staedtekoller, denn nach La Paz braucht, glaube ich, jeder eine Pause von Abgasen, hupenden Autos und Baustellenlaerm. Am gleichen Ort wo der Streik war, befindet sich eine Zement- und Steinfabrik. Die Arbeiter haben vor ein paar Jahren beim Abarbeiten des Limestones Fussabdruecke von Dinosaurier gefunden. Natuerlich gingen wir diese anschauen. Leider war es ein Reinfall. Man konnte nicht naeher als 300m an die Felswand heran gehen und mit meiner 3.6 Zoomkamera war da leider nichts zu machen :-( Paradoxerweise probieren die Forscher die Fussabdruecke auf dem Felsen zu konservieren, doch gleichzeitig baggert unterhalb der Felswand die Zement- und Steinfabrik munter weiter. Diese Felswand wird naechstens einstuerzen und ein weiteres Erbe der Vergangenheit verschwinden.

Am 17.11. fuhren wir weiter nach Potosi, in die Minenstadt. Im Berg hinter Potosi fanden die Spanier Silber. Nach diesem Fund zwangen die Spanier Millionen von Sklaven aus Afrika und Suedamerika in den Minen zu arbeiten. Millionen sind gestorben. Leider hat sich an der Infrastruktur der Mine seither nicht viel geaendert. Wir betraten die Mine mit langen Leinenhosen, langaermligem Hemd, einem Halstuch als Mundschutz und Helm mit Stirnlampe. Los ging es! Oh mein Gott! Ich habe noch nie solch "beschissene" Arbeitsbedingungen gesehen. Die Stollen sind an einigen Stellen nur 60cm hoch (kriechen war angesagt) und werden mit morschen Baumstaemmen und Brettern abgestuetzt. Die Sauerstoffzufuhr ist gleich Null und es ist, je nach Standort, zwischen Minusgraden und 45 Grad heiss. Die Mineure karren den abgetragenen Stein mittels uralten Wagen hinaus ans Tageslicht. Doch leider sind diese Wagen so schwer, dass die Maenner sie nicht bremsen koennen. Also heisst es, wenn ein voller Wagen heranrollt: Einen breiteren Abschnitt finden oder rennen und zwar schnell! Wir liefen zuerst auf groundlevel ca 20 min in die Mine hinein. Schon da konnte man stellenweise fast nicht atmen, weil alles voll Staub war. Als wir dann in ein ca 60cm Durchmesserloch klettern sollten um ins naechst tiefere Niveau zu gelangen, streikte bei mir alles! In meinem Kopf schwirrte es nur noch: Millionen von Toten, morsche Baumstaemme, kann auf Groundlevel kaum atmen, heiss, Bolivien.... NEINNNNN!!!! Ich blieb oben! Waehrend der Rest meiner Tour bis zum vierten Level hinunter kletterte, blieben wir zu dritt auf dem Groundlevel und befragten die dort arbeitenden Mineure nach ihrer Arbeit. Viele sagten, dass sie gerne an einem anderen Ort arbeiten wuerden, denn sie wissen, dass ihre Arbeit gefaehrlich ist und sie nach ca. 10 Jahren an einer Quarzstaublunge sterben - doch sie haben EINFACH KEINE ANDERE WAHL!!! Diese Saetze haben mich tagelang beschaeftigt. Vor allem weil ca. 800 Kinder ihrem Vater in der Mine beim Arbeiten helfen muessen.

Nach dem sehr eindruecklichen Besuch in Potosi fuhren wir weiter nach Uyuni. Weitere 6 Stunden (es waehren eigentlich 4h gewesen) Fahrt auf Schotterstrassen, Baustelle reihte sich an Baustelle und unser ca 70- jaehriger Fahrer fand einfach den 3. Gang nicht - es dauerte ewig. Uyuni empfang uns mit 1000 Plastiksaecken, die an den Stauden und Baeumchen am Rande der Stadt im Wind flatterten - auch bekannt als Flowers of Uyuni:-( Die Stadt selber sieht aus wie im Krieg: Leergefegte Strassen, Lehmhuette reiht sich an Lehmhuette und die Strassen sind aus Sand - es hat da einfach gar nichts! Ausser eben: Den Salar de Uyuni. Im Westen der Stadt erstreckt sich die 12000qkm grosse Salzwueste. Ein Meer von Weiss das nur durch 26 (oder 36) Inseln unterbrochen wird. Viele Arbeiter sammeln das Salz vom Boden auf - leider ohne, oder mit schlechter Sonnenbrille. So sehen sie von Tag zu Tag weniger, bis sie vollkommen blind sind. Wir buchten eine dreitaegige Tour wobei wir den Salar, die verschiedenfarbigen Lagunen und Geysire besichtigen konnten. Es war ein Traum! Unsere Tour endete in Chile, genauer in San Pedro de Atacamas. Das Beeindruckende war: Als wir nach ca 2 Wochen Fahrt ueber Schotterpisten Bolivien verliessen, empfang uns keine 500 Meter hinter der Grenze eine frisch geteerte Strasse - mitten in der Wueste! Chile eben!

Wir werden nur 2 Tage in Chile bleiben, dann weiter nach Salta und Mendoza in Argentinien reisen. Dann wird sich Simons und mein Weg wieder trennen, denn auf 6000m hohe Berge zu klettern habe ich nicht wirklich Lust :-)

P.S. Sorry wegen den fehlenden Bildern... irgendwann werden sie noch kommen. Es dauert einfach soooooo ewig lang!!

Besos Sabrina

 


Pictures

Cathedral of Arequipa
Inkaterrassen
Inkaterrassen
Alpacas
 
 

5 Comments

Eugen:
November 23, 2011
Liebe Sabrina
Einige interessante Minuten stehen mir bevor! Warum? Ich werde in Bälde deinen Reisebericht lesen dürfen. Den Wievielten ist es? Schätze mal und wieviele Seiten dein Reiseberichtsordner schon hat?
Das Dutzend ist mit dem Neusten von heute voll. Es sind rund 25 hoch interessante und spannende Seiten. Weiter so!
Ganz liebe Grüsse aus dem vernebleten Gersau. Oberhalb haben wir aber auch Sonne nicht nur du!
NuP:
November 23, 2011
Wow hammer die föteli!! Mi favorit isch die wo du ufem zuggleis stahsch. Cooli idee! Und natürli all die schönä natur-fötäli mit wasser.
So a dim bricht a schiint bolivie recht arm und verlasse im verglich zu ecuador, peru und chile. Gaht dini reis no eisch uf / dur bolivie oder nümmä?
Grz nici

Mier gfallid dini violettä hosä ;-)
Gruss petsch
Marina N:
November 27, 2011
Hoi Sabrina
So ez wett ich au mal min Sänf dezue gä :-) wow, wow und nomal wow! dini bricht sind de hammer und ich chume grad wider fernweh über weni das lisä und xe. diä föteli sind fantastisch, diä zum teil farbigä landschaftä, fasch e chli kitschig :) und de no diä erläbnis und alles drum und dra, eifach genial. isch no faszinierend we du ufem eintä bild dick igmummt bisch mid chleider und chappene und ufem nächschte im summerlichä t-shirt, haha!

gnüss es no ganz fescht, wiiterhin vili spannendi erläbnis und heb sorg!
Grüessli Marina (ex-spanisch-gspändli) :-)
Margrit:
November 28, 2011
Hallo Sabrina
sehr interessant dein Reisebericht - ich chnüblä hiä witer a mim schwyzer-spanisch wo wahrschnilich z'Südamerika kei Chnoche würd verschtah!!!
Heb's nu guet und chum gsund wieder hei!
Saludos
Margrit
Lea:
December 3, 2011
hola chica

como estas? estoy bien en la nueva casa en luzern!

wächsle wieder uf dütsch!

schön, vo dier ds'läse. schön, dasses guet hesch!

gniesses!

besos
lea
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