Santiago bis Puerto Montt

December 22, 2011 - Castro, Chile

Hola chicos y chicas

Nach Santiago fuehrte mich meine Reise nach Pucon, mit einem ungewollten Zwischenhalt in Temuco. Ich fragte in Santiago den Ticketverkaeufer, wie lange die Reise nach Pucon dauern wuerde und er sagte, 8 Stunden. Leider stellte sich heraus, dass wir bis um 20h unterwegs sein wuerden und die Reise somit 12 Stunden dauerte:-( Zum Glueck hatte ich ein paar Esswaren mit dabei. Zu allem Uebel war diese Reise durch den mittleren Teil Chiles sehr uninteressant, was die Landschaft angeht und ich wuenschte mir, ich waere in der Nacht gereist! Tja! Shit happens! Dafuer fuehlte ich mich in Pucon wie in Davos im Sommer. Der Ort bestand aus lauter Holzhaeuschen und Wander- oder Skiausruestungsgeschaeften. Auch das Hostel Nora war wie ein Heimkommen: Gemuetlich, familiaer und tolle Menschen waren da zu Gast. In Pucon steht der aktive Vulkan Villarrica. Er sollte meine Vulkan-Erstbesteigung werden! Am naechsten Tag, stand ich um 6.00h auf, nur um zu erfahren, dass die Tour wegen schlechter Wettervorhersage abgesagt wurde (es stellte sich im Verlauf des Tages heraus, dass der Tag perfekt gewesen waere... :-( ) Ok, warten war angesagt und am naechsten Tag ging es dann auch los! Wir bekamen die ganze Ausruestung, Schuhe, Jacke, Hose, Eispickel, Helm und "Fuedlibobb" und los ging's. Den ersten Teil durften wir mit dem Sessellift zuruecklegen, was uns ca. 45min bergsteigen ersparte. Dann ging es im Zickzack durch Schnee und Eis Richtung Gipfel. Leider war unsere Gruppe nicht die Einzige mit dieser Idee und so gab es Stau vor dem Gipfel. Von oben hatte man eine top Aussicht nach Argentinien und auf die Umgebung von Pucon. Wir waeren laenger oben geblieben, wenn es nicht so unglaublich gestunken haette (vom Rauch des Vulkans) und nicht so ein kalter Wind geblasen haette. So schnallten wir uns die "Fuedlibobs" um und los ging es, die Schnee- und Eisflaechen hinunter. Das war ein Erlebnis: Schlitteln im Sommer :-) Die ganzen 4h die wir muehsam hinaufgestiegen sind, schlittelten wir in 1.5h wieder hinunter. Am Abend wartete ein feines Nachtessen im Hostel auf mich, gekocht von Deborah und Stefan aus Winterthur!

Am Abreisetag aus Pucon regnete es wieder einmal. Ich wunderte mich schon, wann es das letzte Mal schlechtes Wetter war... auf dem Macchu Picchu am 3.11. :-(

Meine Busfahrt endete in Valdivia, einem, von allen in positivem Licht dargestllten Ort. Wieder folgte ich einer Frau zu ihrem Hostel. Das Zimmer war ok und sie sagte mir auch, in der Kueche koenne ich Wasser heiss machen fuer Tee. Gut, da eine Kueche vorhanden ist, ging ich zuerst mal einkaufen, um mir am Abend was Feines zu kochen. Als ich dann aber die Pfannen aus dem Schrank nehmen wollte, waren die gefuellt mit halb vergammeltem Reis und in der anderen Pfanne schwamm noch Angebranntes herum. Ich glaube ich sprang in riesen Saetzen aus dieser Kueche hinaus und suchte mir sofort ein anderes Hostel - das hat mich so angeekelt :-( Ich haette sie beim Wort nehmen sollen und die Kueche nur fuer Wasser heiss machen benutzen sollen. Leider waren drei der beschriebenen Hostels im Lonely Planet geschlossen und das vierte Hostel kostete ein Vermoegen, da beschloss ich, mir ein Busticket zu kaufen und am naechsten Morgen sofort abzureisen... Tja, so viel zu: Es ist wunderschoen in Valdivia - kann ja sein, aber nicht fuer mich.

Ich fuhr nach Puerto Varas, in ein, von Deutschen in Beschlag genommenes Dorf. Das Hostel war wieder ein voller Erfolg und ich fand sofort wieder tolle Leute, die mit mir die eine oder andere Weinflasche leerten. Hier kann man an jeder Ecke Cafe con leche und Kuchen geniessen (es ist wirklich "Kuchen" angeschrieben:-) ). Schoen zu sehen ist auch, dass die Fussgaenger wieder Vortritt haben beim Ueberqueren der Strasse - ein bisschen Europa im fernen Suedamerika :-) Ich besuchte verschiedene Doerfer, die um den See gelegen sind. Dann ging es los, Richtung Insel Chiloe, wieder ein Ort, der wunderschoen sein sollte - ich war ein bisschen skeptisch:-/

Eine Faehre fuhr unseren Bus zur Insel. Leider war die Ueberfahrt nicht mehr so spektakulaer wie in Bolivien auf diesen mehrbesseren Holzbrettern, sondern einfach ganz langweilig "normal".  Am Busbahnhof "empfang" mich wieder ein Herr um mir sein Hostel schmackhaft zu machen. Ich fragte ihn, ob denn viele Reisende bei ihm im Hostel waeren und er sagte: "Nein, nur ganz wenige, es ist sehr ruhig!" Tja, ich lehnte dann dankend ab, ich gehoere nicht zu den Alleinreisenden, die alleine sein wollen!

Im Hostel in Castro traf ich auf ein britisches Paar. Mit ihnen erkundete ich in den naechsten sechs Tagen die Insel Chiloe. Es gibt eine Pinguinkolonie auf der Insel, wo sich die Magellan- und die Humboldpinuine im Sommer treffen, bevor sie dann wieder in gegengesetzte Richtungen davon schwimmen. Leider ist es nach meinem Besuch auf den Galapagosinseln schwierig, mich mit irgendwelchen Tierkolonien zu beeindrucken und so war es dann auch mit diesen Pinguinen: Schoen anzusehen, aber nicht weltbewegend.

Leider machten sich auf leisen Pfoten auch mein Darm und Magen wieder bemerkbar und ich wurde langsam aber sicher krank. Natuerlich ignorierte ich die ersten Anzeichen erfolgreich, denn wer kuemmert sich schon um ein bisschen Durchfall, ist er doch seit 4 Monaten mehr oder weniger mein Begleiter:-( Doch als sich dann auch mein Hungergefuehl verabschiedete und mein Bauch aussah als sei ich mind. im 6. Monat schwanger, war es dann nicht mehr so lustig. So war ich die naechsten Tage ziemlich ans Bett gefesselt und genoss seit 4 Monaten wieder einmal das Fernsehprogramm:-)

Ich besuchte dann trotzdem noch den Nationalpark auf Chiloe und wir absolvierten alle drei Wanderwege in weniger als 2 Stunden (angegeben waren 4h). Doch so ganz fit fuehlte ich mich halt immer noch nicht. Als ich mich dann dazu durchringen konnte, meiner persoenlichen Krankenschwester (Mami) zu sagen, wie mein Gesundheitszustand aussieht (nach ca. 10 Tagen..) schlug sie mir vor, Antibiotika zu schlucken. Tja, Weihnachten 2011 wird ohne einen Schluck Wein ueber die Buehne gehen und das in CHILE!! :-( Alles in allem war Chiloe suess, aber es sieht nicht viel anders aus, als wenn ich in Gersau oder in Rickenbach aus meinem Zimmerfenster schaue: Wiesen, Waelder und Kuehe - wir Schweizer haben es halt schon auch schoen zu Hause! :-)

Leider war mein Pech noch nicht vollstaendig. Wieder auf dem Festland angekommen, beschloss ich in Puerto Montt auf die Faehre zu warten und mich gesund zu pflegen. Ich bekam ein Einzelzimmer in einer Hospedaje, wo es auch keinen Aufenthaltsraum hatte, um andere Reisende zu treffen.  Ich verbrachte dann einen Nachmittag im Internetcafe und als ich nach Hause gehen wollte, war meine Regenjacke verschwunden :-( Tja, in Bolivien oder Ecuador habe ich ja fast damit gerechnet, dass mir etwas gestohlen wird und ich haette es auch verstanden, doch irgendwie passt das so nicht nach Chile, das sich als das am meisten entwickeltste Land Suedamerika bezeichnet... Tja, wie ich von Simon erfahren habe, wird Argentinien noch schlimmer!!

Ok, Jacke weg, krank, keine "Freunde" - nein, da musste ich definitiv etwas aendern! Ich packte meine Sachen und weg war ich (es lebe das spontane Reisen, ohne vorgebuchte Hotelzimmer!!). Ich ging zurueck nach Puerto Varas in das Hostel, wo ich vor Chiloe war und hatte innerhalb von einem Nachmittag schon 5 Menschen kennen gelernt, die am Freitag mit mir auf die Faehre kommen werden :-) Das ist das Schoene am Reisen, wenn einem etwas nicht gefaellt, es in irgend einer Stadt nicht rund laeuft, kann man einfach gehen und das Leben dreht sich innerhalb von wenigen Stunden vom groessten Mist wieder in einen top Tag!

Morgen geht's dann endlich los auf der Faehre. Ich freue mich, durch Eisberge und Gletscher zu fahren und auch darauf mit wildfremden Menschen Weihnachten zu feiern (was ich vor 2 Tagen in Puerto Montt nie geschrieben haette :-)

Ich hoffe, mein naechster Bericht toent wieder ein bisschen besser, gesunder und spannender - wer weiss vielleicht schreibt ihn ja Eliane :-)

Ich wuensche euch allen wunderschoene Weihnachten, vor allem denen, die ein eigenes Christkind haben :-) und ein guten Rutsch ins 2012 - aber vielleicht schreibe ich ja vorher nochmal etwas!

Besos Sabrina


Pictures

Santiago
Mote: Gersten mit Pfirsich in Eistee
Smog von Santiago
Santiagogruppe
 
 

2 Comments

Tintsch:
December 25, 2011
Hey Brini !!!

du machsch das super mid dim eifach wiiterreisä!
genau so müästmers machä, aber ich has alig nid gad tscheggät!
ich hoffä sigsch gli wieder top fit und chöngsch dis wiähnachtä au richtig gniässä!! machs guät und heschdr sorg!

Tintsch
Eugen:
December 28, 2011
Liebe Brini
Vor Tagen warst du noch krank,
jetzt bist du wieder gesund, Gott sei Dank!
Darüber freuen wir uns alle sehr.
Aber s'Mami und ich freuen sich noch viel mehr!
Bald kommt die Elian zu dir über den Teich,
das ich de gar kei "Seich".
Das Finale deiner Reise wirst du mit ihr einläuten
Ich höre jetzt schon alle Glocken in Südamerika läuten.
Trinke etwa ein Schnaps und esse Tabletten aus Kohlen, dann wirst du dich zu 100% erholen!
Ganz liebe Grüsse aus dem CH-Nebel!
UND jetzt was zum Lachen alles auf Spanisch oder so ähnlich:
amor Brini
Hace unos días que estaba enfermo,
ahora estás bien de nuevo, gracias a Dios!
Además, todos estamos esperando mucho.
Pero s'Mami y espero que muchos más!
Pronto el niño Elián viene a través de la charca,
Incluso de kei "Seich".
El final de su viaje que marcará el comienzo con su
Yo ya escuchar todas las campanas en América del Sur.
Beber un trago y comer pastillas de carbón, entonces usted va a recuperar al 100%!
Mis mejores deseos de la CH-niebla!
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