in der nacht von dienstag auf mittwoch haben wir im krankenhaus uebernachtet (klingt spannend oder? hihi), weil spaet abends eine sehr interessante operation war, die wir gerne sehen wollten. die operation war um 21:30 und dauerte ca anderthlb stunden. wir wollten so spaet nicht mehr so gerne mitdem bus fahren, da es, auch wenn nicht direkt gefaehrlich, nicht unbedingt empfehlenswert ist. generell kann man sagen, dass nach halb zehn keine frau mehr im bus ist und wenn wir spaet abends gereist sind bisher waren wir immer die einzigen frauen im bus und man wird schon seltsam angeschaut (nunja, das wird man eigentlich meistens, auch tagsueber). ausserdem ist es nachts so dunkel dass man kaum die hand vor augen sieht wenn man in unbeleuchtete gegenden laeuft und auch wenn ich mich hier noch nie bedroht gefuehlt habe ist es nicht besonders angenehm nicht zu wissen in was man gerade tritt oder ob man nicht vielleicht gleich in den abwasserabfluss faellt (denn der ist hier natuerlich offen). denn tagsueber kann man ja sehen was fuer ein mist (ja wortwoertlich mist) auf der strasse rumliegt! es gibt hier auch keine muellabfuhr geschweige denn ordentliche muelleimer! maddie und ich machen uns schon gedanken wo zum teufel wir unseren muell den wir haben entsorgen sollen. die inder werfen alles einfach auf die strasse. einer der hauptgruende fuer die strengen gerueche hier! indien ist naemlich ein land der gerueche, meistens eher ein land des gestanks, aber man gewoehnt sich ja an alles! es ist unglaublich was fuer tausende gerueche man wahrnimmt wenn man hier durch eine strasse laeuft, deutschland dagegen ist steril und geruchlos! man macht einen atemzug und riecht frische blumen (inderinnen tragen immer frische blumen im haar) und gleichzeitig auch ziegendung und gewuerze aus dem kleinen gewuerzladen an der ecke! einfach unbeschreiblich!
hm, irgendwie bin ich ziemlich abgeschweift, naja, also was ich eigentlich sagen wollte war, dass maddie und ich nicht unbedingt so spaet abends mit dem bus fahren wollten und die aerztin uns deswegen vorgeschlagen hat im krankenhaus zu uebernachten! das angebot haben wir natuerlich wahrgenommen, denn die "abdominal hysterektomy" wollten wir uns nicht entgehen lassen. bei dieser operation wird der uterus durch einen schnitt im unterleib (an der selben stelle an der auch bei einem kaiserschnitt der schnitt gesetzt wird) entfernt. der grund fuer diese methode war, dass die frau metastasen an der oeffnung der gebaermutter hatte und bei einer vaginalen entfernung des uterus das risiko fuer eine ausbreitung der metastasen groesser ist als bei einer abdominalen entfernung.
es war wirklich interessant, zuerst wurden die eierstoecke entfernt (ich hatte keine ahnung, dass sie so klein sind) und dann wurde der uterus rausgeschnitten. das war wiirklich spannend!
nachts konnten wir erstmal gar nicht richtig einschlafen, weil wir uns noch lange ueber die op und alle moeglichen dinge unterhalten haben und auch weil wir uns ein 90 cm breites bett teilen mussten. aber das ging eigentlich ganz gut, keiner von uns rausgefallen oder hat blaue flecken davongetragen
danach haben wir noch den gesamten vormittag im krankenhaus verbracht und sind dann nach haus!
das erstmal fuer heute, denn ich befuerchte einen stromausfall. das passiert hier staendig, vorzugsweise wenn es abends ist und ich gerade im internet bin! also hoere ich nu besser auf!
love and best wishes to everybody!


