naja als wir endlich angekommen sind mussten wir feststellen, dass es dort oben tatsaechlich relativ kalt ist, also schwupps den pullover und die jacke rausgekramt und weiter gings auf der suche nach unserem youth hostel. als wir endlich angekommen waren stellten wir fest, dass wir mit sicherheit von unserem dormitory aus den schoensten blick ueber die berge hatten, jedoch mussten wir auch feststellen, dass in unserem bezaubernden kleinen schlafraum (fuer zehn leute) ratten beherbergten. und diese wahrscheinlich in einer groesseren zahl als die zehn leute, die angeblich in das zimmer passen sollten. andreas, einer der anderen freiwilligen, ist etwas frueher angekommen als wir und wollte ein mittagsschlaefchen halten. mit dem war es dann aber abrupt vorbei, als er aufwachte, weil zwei ratten ueber ihn liefen. wir haben sicherheitshalber die ganze nacht das licht angelassen, um die ratten abzuschrecken und somit davon abzuhalten in unser bett zu krabbeln. ich muss sagen,es hat funktioniert: keine ratte stoerte meine naechtliche ruhe. jedoch waren unsere betten, decken, kissen, laken und matratzen so feucht und klamm, dass man das gefuehl hatte irgendwie in einer pfuetze zu schlafen, was nicht gerade angenehm war. dadurch dass alles so feucht war haben wir auch fuerchterlich gefroren und dass obwohl ich eine lange hose, socken, ein t-shirt, einen schal, eine normale jacke und eine regenjacke zum schlafen trug und auch noch meinen silk sleeping liner und eine feuchte bettdecke hatte. den schal hatte ich so um den kopf gewickelt (denn mein gesicht und vor allem meine nase waren eiskalt und hinderten mich am einschlafen), dass ich aussah wie eine mumie. man konnte wirklich nichts von meinem gesicht sehen, da ich den schal ueber augen, nase und mund und kinn geiwckelt hab. das war natuerlich nur moeglich weil mein schal schoen atmungsaktiv ist
nach dieser abenteuerlichen nacht haben wir uns morgens mit allen volunteers getroffen und uns aufgemacht zu einer bergdschungelwanderung. das war richtig toll, super anstrengend, sodass mir der schweiss nur so runterlief, aber auch spannend und lustig. teilweise war es so steil, dass man richtig klettern musste und ab und zu war es so matschig und rutschig und es ging so steil bergab, dass man nur noch runterschlittern konnte und an irgendwelchen aesten oder sonstigen pflanzen halt suchen musste. wir sind zu wasserfaellen hinuntergeklettert auf allen vieren und zu anderen aussichtspunkten hochgekrabbelt. es war klasse! nach diesem mountainhike taten mir meine beine wirklich sehr weh, aber das war es wirklich wert!
danach gings mittagessen und dann mit dem bus zu einigen anderen sehenswuuerdigen plaetzen. wir sind zum pillar rock gefahren (ein sehr fels in den bergen, der zu einem beruehmten aussichtspunkt geworden ist) konnten ihn aber leider nicht so wirklich ausmachen, da es so nebelig war, dass man zunaechst wie vor eine weisse wand starrte und nach einer weile, als der nebel sich etwas verzog leichte umrisse erkennen konnte. danach sind wir zu einem see gefahren, das war ganz schoen.
wir haben uns auch schokolade gekauft, denn kodaikanal ist beruehmt fuer seine hausgemachte schokolade. naja, sie war ehrlich gesagt nicht so schoen weich und schokoladig wie die schokolade, die ich kenne, eher broeckelig und trocken, aber wenn man seit vier wochen keine schokolade mehr hatte gibt man sich damit auch zufrieden. in der nacht allerdings haben die ratten sich durch die verpackung unserer schokolade hindurch gefressen und unsere restliche schokolade vernascht
abends sind wir in einem tibetischen restaurant essen gegangen, das essen war wirklich lecker! und anschliessend haben wir uns in einem hotel getroffen und zusammen gesessen und bier getrunken. das war ganz nett!
am naechsten tag dann machten wir uns auf den rueckweg. welcher, wenn es ueberhaupt moeglich ist, noch schlimmer als unser hinweg war. dieser busfahrer schien es sich zum ziel gemacht zu haben die kurven mit hoechstgeschwindigkeit zu durchbrausen, als wollte er einen rekord brechen. das hatte dann zur folge, dass sich zuerst eine junge inderin aus dem fenster uebergeben musste und eine kurze weile spaeter ein kleines maedchen, das eine reihe vor uns sass. es drehte sich um und uebergab sich und maddie hatte das pech, dass sie es abbekam. also nicht alles, aber immerhin auf ihre fuesse, ihre hose und ihren rucksack. das war nicht so erfreulich, vor allem, da es noch mitten auf der bergstrecke war und wir den rest der zeit den geruch in der nase hatten waehrend wir wie wild durch die kurven brausten. naja, wir haben es so gut es ging gesaeubert und dann war es auch nicht weiter schlimm, es tat uns eher fuer das kleine maedchen leid, denn ihr ging es wirklich schlecht.
heute waren wir dann ganz normal wieder im krankenhaus. es war maddies letzter tag im krankenhaus, da wir morgen nach madurai zu einem lepra krankenhaus fahren und dort bis donnerstag bleiben und donnerstag abend geht ihr flug nach hause. also hat sie sich hier von der aerztin verabschiedet und wir beide haben ein kleines kitschiges abschiedsgeschenk bekommen (ich auch, obwohl ich ja noch gar nicht wegfahre). es war richtig ruehrend! ich war selber auch so traurig und es fuehlte sich an als wuerde ich auch schon wegfliegen und mich verabschieden muessen. als wir dann aus dem krankenhaus traten stand ploetzlich ein elefant vor uns! wir haben bisher noch keinen elefanten in indien gesehen und wir waren ganz aufgeregt. er hat uns gesegnet! das war einfach einmalig! nunja, es war nicht unbedingt eine sanfte segnung eher eine kopfnuss, aber es war absolut klasse! hui, ich glaube ich bin nu heilig oder so was, ich meine mich hat schliesslich ein elefant gesegnet
soviel also zu meinem wochenende und meinem heutigen tag. morgen gehts dann auf zur lepraklinik, ich bin mir sicher danach habe ich so einiges zu berichten!
allerliebste gruesse an alle!

