Hallo zum Dritten!
Kurz vorweg: Ich habe die Bilder von Boston noch um wenige erweitert, weil ich kurzfristig noch einen Tag laenger geblieben bin.
Ok, ich wollte eigentlich nach 2 Naechten Boston wieder verlassen, doch es hat mir dort so gut gefallen, dass ich mich kurzerhand entschlossen habe, meinen Aufenthalt zu verlaengern. Ich habe 2 Jungs aus Deutschland, Stefan und Tobi, kennengelernt, mit welchen ich mich abends gut unterhalten konnte und so mal ein wenig von anderen Reiseerfahrungen gehoert habe. Es ist doch schoen, wenn man alleine unterwegs ist und dann jemanden hat, mit dem man sich ein wenig unterhalten kann.
Und jetzt muss ich auch mal was zum Fast Food sagen: Es gibt sie ueberall: McDonald's, Burger King und Wendy's. Meist an der gleichen Strasse alle hintereinander. Nein, das ist schon ein wenig uebertrieben, aber es hat doch an jeder Ecke mindestens eines dieser 3 Lokale. Fast Food gibt es auch sonst UEBERALL. Sogar im Zug von Boston nach New York war die ganze Speisekarte voll mit FastFood Snacks, manchmal kommt man also nicht drumherum, sogar wenn man moechte. Noch schlimmer ist es in den kleinen Supermaerkten, von Vollkornbrot keine Spur, nur weiches, in Plastik verpacktes Weissbrot. Und die ganzen Regale sind voll mit Suessigkeiten. Meistens hat es einen kleines Kuehlfach mit ein paar Aepfeln und Salat, ansonsten muss man schon schwer nach gesundem Zeugs suchen. Wenn man aber will, geht es schon, auch in den Restaurants.
Ich bin also an meinem letzten Tag in Boston nach Salem gefahren, ein Vorort von Boston, weil da 1692 schlimme Hexenverfolgungen stattgefunden haben. Das Buch The Crucible von Arthur Miller berichtet darueber. Wir haben das in der Schule gelesen und deshalb habe ich mir gedacht, schaue ich mir das doch mal von Nahe an. Ich habe dann das Salem Witch Museum besucht, wo dem Besucher die ganze Geschichte erklaert wird. Die ganze Stadt widmet sich dem Thema Hexen und zieht natuerlich ihren Profit daraus, weil die Geschichte sehr bekannt ist. Ansonsten wuerde ich sagen, ist Salem ein ganz normales amerikanisches Vorstaedtchen.
Am naechsten Morgen habe ich mich dann in einen Amtrak-Zug gesetzt und bin fuer knapp 100 Dollar 6 Stunden bis Philadelphia gefahren. Sehr gemuetlich und schoene Aussicht der Kueste entlang. Der Zug fuhr von Boston, Massachusetts ueber Rhode Island, Connecticut, New York, New Jersey bis Philadelphia Pennsylvania. In Philly angekommen nahm ich den Zug und Bus bis zum Hostel, von dem ich wusste, dass es ausserhalb Downtowns liegt. Doch dann fuhr dieser Bus endlos durch komische Quartiere und meine Haltestelle kam und kam nicht. Als sie dann endlich kam, stellte sie sich als abgelegener Waldweg heraus mit keiner Menschenseele in Sicht. Und ich mit meinem schweren Gepaeck sollte jetzt diesen holprigen Waldweg hinaufkratzen ueber Wurzeln und Steine...Ich fuehlte mich ziemlich verloren...Doch es blieb mir nichts anderes uebrig und nach etwa 15-minuetigem Schleppen und Stolpern sah ich das Hotel durch die Baeume. Voellig verschwitzt und am Ende meiner Kraefte (von denen ich bekanntlich nicht sehr viele besitzte) freute ich mich auf eine Dusche und ein Bett. Das Hostel ist eine schoene Mansion im laenldichen Stil und eine nette Frau begruesste mich und schaute mich ganz entgeistert an..Es war dann also so, dass kein Zimmer frei war und obwohl ich vorreserviert habe, gab es keine Moeglichkeit fuer mich dort zu uebernachten..und es war schon halb 8 abends und dunkel. Die Frau vom Hostel half mir dann aber weiter und buchte mir ein Hotelzimmer downtown, weil das andere Hostel in Philadelphia auch ausgebucht war..Ich musste also ein Taxi nehmen zurueck und etwa 3mal so viel fuers Hotel bezahlen als fuers Hostel...Ich war also zum ersten Mal am Ende meiner Nerven.
Ich habe mich mittlerweilen aber wieder erholt und habe heute Philadelphia besichtigt. Wie auch Boston ist Philadelphia historisch gesehen sehr bedeutend, denn hier wurde die Unabhaengigkeitserklaerung von 1776 unterzeichnet und verkuendet. Ausserdem war Philly die erste Hauptstadt der USA und ist heute die 5.-groesste Stadt des Landes nach NY, LA, Chicago und Houston. Praktisch alles in der Statd bezieht sich auf ihren Gruender William Penn. Er forderte religioese Toleranz, als er Philadelphia gruendete und dadurch wurde die Stadt zur "City of Brotherly Love" (philos=lieb, adelphos=Bruder). Wegen der Toleranz allen Religionen gegenueber zog es unter anderen auch die Amish hierher, die urspruenglich aus Europa stammen, dort aber aufgrund ihres Glaubens unterdrueckt wurden.
So, genug Geschichte! Alles in allem hat es mir in Philadelphia bis jetzt am wenigsten gut gefallen. Vielleicht wegen des Horrorstarts, aber auch sonst hat mich in Philadelphia nichts wirklich fasziniert. Der Verkehr ist unglaublich und stoert die ganze Stadt. Es hat einige Wolkenkratzer und schoene alte Gebaeude aber sonst sind die Quartiere, die ich gesehen habe eher schmutzig und heruntergekommen. Doch wie auch in New York und Boston sind alle Menschen sehr sehr freundlich, hilfsbereit und offen.
Morgen reise ich weiter nach Washington D.C. und freue mich schon sehr darauf. Wahrscheinlich werde ich da etwas laenger bleiben, denn es ist schliesslich die Hauptstadt!
Danke allen fuer eure Kommentare, E-Mails und SMS. Ich freue mich immer sehr etwas aus der Schweiz zu hoeren und hoffe, ihr seit auch mit mir zufrieden.
Machts gut und bis zum naechsten Mal
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