Hier ist also noch der verspaetete 3. Teil meiner Reise Richtung Sueden. Das Ziel diesmal war Charleston, South Carolina. Ich hatte nach New Bern Lust auf mehr Suedstaatenfeeling, deshalb nahm ich nochmals 7 Stunden Zugfahrt nach Sueden auf mich. Schlussendlich wurden aus den 7h aber 10, weil der Zug 3h Verspaetung hatte. Und dies nicht etwa in Raleigh oder sonst in einer groesseren Stadt, nein, in Wilson, North Carolina, wo absolute Einoede herrschte. In Wilson sollte ich eigentlich umsteigen und nach 1h meinen naechsten Zug nach Charleston haben. Doch dieser Zug kam dann wie gesagt 3h nicht und somit musste ich auf diesem kleinen Bahnhof warten. Kein Restaurant und nichts in walking distance und ich war so hungrig...Als der Zug dann endlich kam, ging alles flott und ich kam um halb 10 in Charleston an. Vom Bahnhof nahm ich ein Taxi, weil mein Motel ausserhalb der Stadt lag. Dazu ist zu sagen, dass zu dieser Zeit gerade das Spoleto Festival in Charleston stattfand und deshalb alle B&Bs und Hotels ausgebucht oder zu teuer fuer mich waren, ausserdem gibts in Charleston kein Youth Hostel. In meinem Reisefuehrer stand, dass die Unterkuenfte in North Charleston sowieso viel billiger sind als downtown und so nahm ich diesen Tip zu Herzen und konnte ein billiges Zimmer in einer Motelkette buchen. Dies lag umzingelt von Waffle House, McDonald's. Wendy's, Steak House, Burger King, Taco Bell etc., da es halt am Highway liegt und dort alle, die unterwegs sind uebernachten oder anhalten, um zu tanken oder sich zu verpflegen. Aber ich mag ja FastFood, von dem her, war das nicht das schlimmste, was mir passieren konnte
Am naechsten Tag fuhr ich dann nach downtown Charleston, um mir einen Eindruck von diesem Spoleto Festival zu machen. Gelesen hatte ich, dass ueberall in der Stadt viel Livemusik gespielt wuerde. Auf das freute ich mich also am meisten. Ich hatte mir vorgestellt, dass die Musiker draussen in den Strassen oder in den Parks spielen wuerden. So war es dann aber leider nicht, denn die meisten Bands spielten am Abend in den Bars und Clubs..Schade fuer mich, trotzdem habe ich den Stadtrundgang sehr genossen. Charleston ist eine wunderschoene Stadt, ein wenig im englischen Stil, aber mit Palmen und sehr heissem Wetter. Es war fast schon zu warm, um nur zu spazieren. Es gibt unzaehlige wunderschoene Haeuser, die man ueberall in der Stadt findet. Ich weiss leider nicht, wie der Stil heisst, aber ihr koennt euch ja die Fotos anschauen.
Ich startete meine Tour in einem kleinen Park, wo sie ueberall Bilder und Zeichnungen verkauften. Von dort verlief eine grosse Strasse, die Meeting Street, suedlich bis zum Hafen. Anscheinen gibt es ausserhalb von Charleston sehr schoene Straende aber dafuer fehlte mir die Zeit und Lust, den Weg dorthin zu suchen. Ich spazierte also diese Strasse entlag bis ich das Wasser erreichte und machte dort eine kurze Pause in einem gemuetlichen Park. Weil es so heiss war, entschied ich mich dann nur noch ein kleines Stueck zu gehen und verbrachte dann den Nachmittag an der North Street, wo sich die meisten Restaurants und Geschaefte befinden. Natuerlich auch die meisten Menschen, aber das war ok.
Als ich kurz anhielt um einem Bagpipespieler zuzuhoeren, sprach mich ein etwas komischer junger Typ an und fragte mich, woher ich komme und ob er mir die Umgebung ein wenig zeigen duerfe. Ich habe dann eingewilligt, aber nach kurzer Zeit gemerkt, dass der ein bisschen zu viel zu erzaehlen hatte und am liebsten sich reden hoerte. Er stellte mir zwar Fragen, allerdings ohne meine Antwort abzuwarten und das geht also gar nicht...Ich versuchte ihn dann so schnell wie moeglich loszuwerden, indem ich behauptete, dass ich zurueck ins Hotel muesse..Naja, hat jedenfalls funktioniert. Ich war dann noch kurz etwas trinken und nahm dann um 9 Uhr abends ein Taxi zurueck ins Hotel.
Es war zwar ein sehr kurzer Abstecher nach Charleston, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, da Charleston ein wirklich sehr schoene und in ihrem Stil aussergewoehnliche Stadt ist und weil sie eben auch wieder geschichtlich wieder sehr viel zu bieten hat. Nicht nur was den Unabhaengigkeitskrieg angeht, sondern auch den Buergerkrieg und die Sklaverei.
Irgendwie zog es mich sehr zurueck nach Boston, deshalb blieb ich nicht mehr laenger in Charleston und auch weil meine Unterkunft nicht ideal war. Ich ueberlegte also, wie ich am besten wieder nach Boston komme, weil es ja doch eine ziemliche Strecke ist. Ich verglich also Zug mit Flugzeug und kam zum Ergebnis, dass mich Zug und Flug ca. gleich viel kosten wuerden, mit Zug waere ich allerdings etwa 19h unterwegs gewesen, deshalb buchte ich einen Flug nach Boston. Als ich dann erfuhr, dass der Flug Zwischenlandung in Washington hatte, ich also fuer diese Strecke zwei Fluege brauchte, zweifelte ich dann doch, ob das wohl die richtige Entscheidung ist. Die Zeit war mir aber schlussendlich wichtiger und deshalb buchte ich dann diesen Flug. Die Fluege waren eigentlich in Ordnung, bis auf das Ende des zweiten Fluges, wo wir bei der Landung in kleinere Turbulenzen gerieten..Fuer mich fuehlte sich das zwar nicht wie kleinere Turbulenzen an, sondern nach hoch, runter, hoch runter, hoch runter, hin und her und hoch und runter. Zum Glueck nur ca. 2 Minuten, in denen ich aber kurz die Orientierung verlor und mir zum ersten Mal vorstellen konnte, dass es einem beim Fliegen schlecht werden kann..Ging aber alles gut und zudem sass neben mir eine nette Frau, die mich nach kurzem Gespraech zu sich nach Hause einlud. Ich ueberlegte kurz, willigte aber dann ein. Zuerst kam mir das Angebot etwas komisch vor (die verschlossene Schweizerin in mir), ich erinnerte mich dann aber daran, dass die Menschen hier viel offener sind und dich viel eher mal kurz zu sich einladen. Die Frau hiess Amy. Ihr Ehemann, Charlie, holte uns vom Flughafen, in einem riesen Truck, der zwei Parkplaetze brauchte
Nun bin ich also wieder in Boston und es ist einfach super hier!! Mein liebster Ort von allen Staedten, die ich soweit besucht habe. Hier hat es bei mir einfach geklickt und hier moechte ich noch einige Tage laenger bleiben! Warum genau Boston, kann ich nicht sagen, hier passt einfach alles!!
Ich hoffe, ihr habt Spass an den Fotos und interessiert euch immer noch dafuer, was ich zu berichten habe. Bald beginnt mein Camp, darauf freue ich mich natuerlich risieg. Weiterhin also noch eine super Zeit, die auf mich wartet. Trotzdem kommt es mir mittlerweile schon sehr lang vor, seit ich die Schweiz verlassen habe und es gibt Vieles, was ich sehr vermisse. Vor allem kurz vor dem Einschlafen, wenn ich Zeit habe, nachzudenken und mir ueberlege, wer jetzt wohl gerade was macht und was ich jetzt gerade machen wuerde etc.
Wenn ich mir aber ueberlege, was mich noch alles erwartet, besonders natuerlich das Camp, die Kids, die Arbeit, dann bin ich doch sehr froh, hier zu sein und geniesse diese eigentlich kurze Zeit und will das Beste herausholen!
Ich bleibe jetzt voraussichtlich noch bis Montag in Boston und ueberlege mir bis dann, wohin mich meine letzte Fahrt vor dem Camp, das uebrigens am 7. Juni beginnt, hinbringen soll.
Bis dahin wuensche ich euch allen ein schoenes Wochenende und ich hoffe, es vergeht nicht mehr so viel Zeit bis ich mich wieder melden kann!
Steffi





Das ist ja ganz toll, was Du alles erlebst. Du bist ja ganz eine Mutige, dass Du so alleine reisen kannst.
Ich hoffe, dass Du wieterhin gute Erfahrungen machen wirst und viel Spass hast im Camp mit den Kindern.
Ganz liebe Grüsse
Deni