CALIFORNIA HERE WE COME!!!

August 20, 2007

Hallo zusammen

hier melde ich mich also aus CALIFORNIA!!!
aber zuerst noch zum Ende vom Camp: Wie erwartet war meine letzte Woche im Camp die schlimmste. Wir waren eine gute Counselorgruppe, aber wir hatten 32 Kinder im Alter zwischen 9 und 11, welches, wie ich waehrend diesen 8 Wochen Camp erfahren durfte, das muehsamste Alter ist. Zudem war es ein Pferdegruppe, d.h. die Maedchen kamen alle ins Camp, um zu reiten und Zeit mit den Pferden verbringen zu koennen. Im Camp sind die Reitstaelle leider ca. 20 Minuten Fussmarsch von der Dining Hall, dem Pool, dem Staffhouse und allem anderen Wichtigen entfernt, d.h. wir mussten jeden Tag 20-25 min. hin- und zurueckgehen. Das waere ja nicht ein sooo grosses Problem gewesen, wenn diese Kinder nicht so faul und verwoehnt gewesen waeren. "Cheese, I've never had to walk THAT far in my life, EVER!!!" oder "Isn't there someone who can drive us??" oder "Do we have to walk this way EVERY DAY???" oder "Can you carry my bag please, it's just tooooo heavy for me!"...
Der erste Tag war mit Abstand der schlimmste. Nach dem Kennenlernen am Sonntag machten wir und nach dem Abendessen auf den Weg Richtung Kabinen. Auf halbem Weg begann es zu regnen. Der Regen wurde immer schlimmer und ein Gewitter kam auf. Natuerlich fuerchteten sich alle Kinder und einige begannen zu weinen und wollte schon da wieder nach Hause. Als wir dann endlich bei unseren Kabinen ankamen, klitschnass, fanden wir unser ganzes Gepaeck draussen stehen, im regen, voellig durchnaesst. Fast die Haelfte der Schlafsaecke und Kissen waren total nass. Man kann sich das Chaos also in etwa vorstellen: Verwoehnte Kinder, erster Tag im Camp, alles neu und unbekannt, dunkel, regen, langer Marsch, total durchnaesst, und dann zum Schluss noch nasses Gepaeck und es war schon Schlafenszeit. Die meisten mussten also ohne Schlafsack und Kissen schlafen. Resulat: HEIMWEH!!!!
Die erste Nacht haben wir einigermassen ueberlebt, die ganze Woche war aber nicht so toll, obwohl das Wetter nach dem ersten Tag wieder gut war. Die ganze Woche hatten wir Maedchen, die ueber Heimweh klagten, die sich immer beschwerten und die allgemein unzufrieden waren, weil Camp nicht so war, wies Mami versprochen hat. Die schwierigsten sind dann die, die mit Heimweh zu dir kommen, du versuchst sie aufzuheitern und sie sagen dir: Aber ich wollte gar nie hierher kommen, meine Eltern haben gesagt, dass ich ins Camp gehen muss! Da musst du dir schnell was einfallen lassen, was du darauf antworten sollst...:)
Natuerlich waren nicht alle Kinder muehsam und wir 4 Counselor hatten eine gute Woche zusammen. Und als es dann endlich Freitag war, kam schon langsam die wehmuetige Stimmung auf. Als alle Kinder am Freitagabend weg waren, fingen 3 Tage Campaufraumen- und putzen an. Ich erhielt gluecklicherweise einen easy Job; ich musste mit 3 anderen das Bastelhaus aufraumen. Unsere Aufgabe war es, alles Material zu verpacken, eine Liste von allem Material, das uebrig geblieben ist, erstellen und das Haus putzen. Wir konnten also die ganzen 3 Tage dort verbringen, weil es so viel zu tun gab dort, waehrend andere ganze Units putzen mussten oder alle Stuehle und Tische in der Dining Hall zusammenstellen. Hatte also Glueck:)
Ja und dann war es auch schon Sonntag, Tag der Staffparty und Abschiedsabend. Alle entledigten sich ihrer lahmen Campkleider und schmissen sich in ihre schoenen Ausgehklamotten. Das machte echt Spass! Und einige sah ich zum ersten Mal in ihren "richtigen" Klamotten, was zum Teil ein ganz neues Bild von jemandem ergab. Wir wurden alle eingeladen zu einem Abendessen in einem Restaurant in Baltimore. Wir hatten einen eigenen Raum ganz fuer uns alleine, mit Buffet und so viel zu Essen und zu Drinken, wie wir mochten. Die Campdirektorin und ihre 2 Assistentinnen bereiteten ausserdem eine Diashow vor, mit ganz vielen Bildern von uns Counselors vom ganzen Sommer. Das war echt super und da flossen auch schon die ersten Traenen. Ausserdem schenkten sie jedem von uns ein Camptshirt, eine Dankenskarte und ein Staffbook, in welchem jedes Staffmitglied, d.h. jeder Counselor in der Woche zuvor eine Seite designen konnte. D.h. jeder von uns hat nun ein Heft, in welchem vom jedem Counselor eine Seite beigetragen wurde und zudem alle Adressen und Telefonnummern. Das ist eine super Erinnerung!!! Da das Restaurant nicht nur ein Restaurant, sondern auch eine Spielhalle war, erhielten wir einen 10Dollar Chip und durften 1 Stunde spielen gehen. Es war eine Art Casino mit allerlei Gluecksspielen usw. Das war ein super Abschluss dieses Abends. Wir hatten nochmals so richtig Spass zusammen, alle machten 1000 Fotos, verprassten ihr Geld an den Spielautomaten und assen supergutes Essen.
Als es dann Zeit fuer den Abschied war, flossen natuerlich viele viele Traenen, weil wir irgendwie erst dann realisierten, dass wir uns wahrscheinlich nie wieder sehen werden und wie sehr wir doch aneinandergewachsen sind diesem Sommer. Nur ich und Tina und 4 andere Counselors fuhren an diesem Abend zurueck ins Camp, weil wir am naechsten Tag an den Flughafen mussten und die anderen 3 im Camp abgeholt wurden, um nach New York zu fahren. Alle anderen gingen vom Abschiedsesssen weiter an Partys oder nach Hause.
Das wars dann also vom Camp...ein perfekter letzter Abend! Ich hoffe, ich kann mit denjenigen Kontakt halten, mit welchen ich am meisten Zeit verbrachte: Leah, Michelle, Brooke, Manuela und Tina.
Am Montag ging es dann fuer mich und Tina los mit unserer Reise nach L.A. Als erstes fuhren wir nach Philadelphia an den Flughafen, weil wir von dort einen billigen Flug gebucht hatten. Dieser brachte uns dann ueber Chicago nach L.A. Alles tiptop. Vom Flughafen nahmen wir ein Taxi, das uns in unser Hostel in Santa Monica brachte (welches by the way das schoenste Hostel ist, was man sich vorstellen kann!). Wir schmissen unser Gepaeck in unser Zimmer und gingen direkt zum Strand. Wunderschoen!!! Ein wirklich riesiger Strand inkl. den Lifeguardhuetten aus Baywatch und den Lifeguards in den roten Badehosen und roten Rettungsbojen:) Santa Monica ist eher ein Schickimicki-Ort, teure Restaurants und Cafes und teure Geschaefte. Am naechsten Tag (15. August) war mein grosser Tag!!! Wir standen morgens frueh auf und gingen am Strand joggen, danach fruehstueckten wir und gingen dann schwimmen. Am Nachmittag liessen wir uns im Nagelstudio Fuss- und Fingernaegel machen und ich entschloss mich noch zu einem Haarschnitt. Abends assen wir supergutes Sushi!!! Ein perfekter Geburtstag und ich bestellte extra ein Bier, fuers Feeling.
Am Tag nach meinem Geburtstag entschlossen wir und, Beverly Hills anzuschauen. Es ginb einen billigen Bus fuer 1.50$, der uns direkt zum Rodeo Drive fuhr. Das ist ja die bekannte Einkaufsstrasse in Beverly Hills. Ich muss sagen, das war dann aber auch schon das einzige, was mich einigermass beeindruckt hat in Berverly Hills. Der Rodeo Drive ist speziell, weil alle grossen Namen aus der Modebranche dort ihre Geschaefte haben und ein Laden nach dem anderen. Gucci, Chanel, Dolce&Gabbana, Valentino, Louis Vuitton, Burberry, Cartier, Prada etc. Wirklich, ein Geschaeft nach dem anderen. In dieser Strasse gibt es keine anderen, "normalen" Shops. Fuer uns mit unseren duennen Portemonnaies war dann Windowshopping angesagt..Das wird dann mit der Zeit aber auch langweilig und die Strasse ist auch nicht allzu lang. Das heisst nach etwa einer Stunde hatten wir das ganze so ziemlich gesehen. Die Strassen um Rodeo Drive sind eigentlich ganz normal, wie jede ander Strasse in Amerika auch, nichts besonderes. Wir machten dann eine kurze Pause und tranken Kaffee (der kostete und uebrigens ca. 7 Dollar pro Person...!). Allgemein hat man in Berverly Hills das Gefuehl, dass alle reich sind (abgesehen von den offensichtlichen Touristen). Alle versuchen auf jeden Fall so auszusehen als waeren sie rech und beruehmt. Am Rodeo Drive fahren nur fancy cars an einem vorbei, kein einziges normales Auto. Alle tragen schicke Klamotten, Sonnenbrillen und es herrscht irgendwie eine aufgesetzte, wichtigtuerische Stimmung dort. Wir entschlossen uns dann noch fuer eine Tour, die uns durch einen Teil der eigentlichen Beverly Hills fuehren sollte. Fuer ein paar Dollars huepften wir auf einen kleinen Bus mit einer lustigen englischen Tourfuehrerin. Als wir mit dem Bus bei Chopard vorbeifuhren, hielt er an und der Securitytyp kam aus dem Laden und brachte der Tourfuehrerin ein Stueck Schockoladenkuchen auf einem Porzelanteller...keine Ahnung warum!
Wir fuhren dann an vielen schoenen und grossen Haeusern vorbei, aber die Tourfuehrerin durfte uns aus irgendwelchen Gruenden nicht verraten, wer darinn wohnt, was das ganze irgendwie uninteressant machte mit der Zeit. Sie konnte nur sagen, wer frueher mal da gewohnt hat. Also z.B.: "Und links seht ihr das Haus, wo Charlie Chaplin frueher mal gelebt hat." Aha, ja, schoenes Haus, ja, ok, gut. Irgendwie war das dann mit der Zeit auch nicht mehr so interessant. Natuerlich ist die Nachbarschaft wunderschoen in Beverly Hills. Ein schoenes Haus nach dem anderen, wunderschoene Gaerten, Palmen am Strassenrand usw. und es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Aber schlussendlich habe ich das Gefuehl, dass alles viel spannender toent oder spannender gemacht wird als es dann in Wirklichkeit ist. Und die wirklichen Celebrities wohnen sowieso in abgesperrten Regionen, wo man als Normalo nicht mal Zutritt hat. Ich glaube also, dass diejenigen Haeuser, die den Touristen gezeigt werden, entweder unbekannten Reichen gehoeren oder leerstehen, denn man konnte auch die Eingaenge und die Gaerten sehen und von den Wohnsitzen der Stars ist ja bekannt, dass sie von Mauern oder Baeumen umgeben sind, so dass man nicht mal das Haus richtig sieht.
Ja, wir sind dann gegen Abend wieder zurueck nach Santa Monica gefahren und haben dort zuabendgegessen.
Der naechste Tag verbrachten wir am Strand und sind dann weiter nach Venice Beach gefahren, wo wir im Moment auch noch sind und morgen dann aber weiter nach Hollywood fahren. Venice Beach ist ganz anders als Santa Monica. Es hat ein wenig einen mexikanischen Touch, eine riesige Promenade mit unzaehligen kleinen Shops, dann ist da Muscle Beach, ein Outdoor Fitnesscenter, wo man den Bodybuildern beim Training zuschauen kann. Dann hat es viele Sportmoeglichkeiten direkt am Strand und allgemein ist sooo viel los hier. Viele crazy people, die auf jegliche Art versuchen ein bisschen Geld zu verdienen, sei es als Clown, der Ballons aufblaest und daraus Hunde und solches Zeugs knuepft, ein Pianospieler, der sein eigenes Klavier auf der Strasse stehen hat, ein alter schwarzer Mann, der auf Rollschuhen herumcruist und immer das gleiche Lied singt und ein Mann in Unterwaesche, der mit einem Fahrrad herumfaehrt, das Musik macht. Allerlei solcher Menschen und natuerlich viele viele junge Leute, Touristen, Surfer und einheimische, die hier Ferien machen. Das Hostel ist eine bessere Bruchbude, aber voll mit netten Leuten, die immer gute Laune und Ferienstimmung verbreiten. Tina und ich schlafen mit zwei lustigen Irinnen im gleichen Zimmer, Lucy und Audrey, und wir gehen mit ihnen zum Strand, zum Essen und abends aus. Natuerlich sind sie als Irinnen ziemlich trinkfest und es ist einfach immer lustig mit den beiden. Auch die Leute, die im Hostel arbeiten, sind alle jung und kommen abends sogar manchmal mit uns aus. Leider gibt es aber hier keine schoenen Strandbaren, wie ich gehofft hatte, nur normale Bars, die schon um Mitternacht schliessen oder komische Schuppen, deshalb sind die Naechte nicht zu lang, ausser man hat Lust nachts an den Strand zu gehen, wo trinken allerdings strikte verboten ist, wie auch am Tag.
Morgen packen wir unsere Sachen also nochmals und gehen weiter nach West Hollywood und werden uns dann den Walk of Fame anschauen und sehen, ob Hollywood auch das ist, was es verspricht (hab von vielen schon das Gegenteil gehoert). West Hollywood soll allerdings ein wenig besser sein als Hollywood selbst. Mehr los und mehr junge Leute. We will see!
Und dann kommt vor der Rueckreise noch mein grosses Highlight Hawaii! Ich kann es kaum erwarten!!!
Leider kann ich im Moment keine Bilder hochladen, aber ich versuche es sobald ich eine Moeglichkeit finde.
Ich hoffe, euch geht es allen gut trozt dem schlechten Sommerwetter und ich kann schon die Tage zaehlen, bis ich wieder nach Hause komme.
Machts gut und bis bald

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