Outback, Fliegen und Unbekannte Besucher

February 8, 2010 - Perth, Australia

Nun erscheint es mir an der Zeit euch von meiner tollen Outbacktour zu unterrichten. Fangen wir mal ganz von vorne an.

27.1.2010 (Mittwoch)

Der erste Tag war einfach mal nicht so schoen. Wir sind knapp 12h (also 850km) am Stueck zu unserem ersten Stop gefahren. Dazu kommt das der Bus sehr klein war und das Wetter unertraeglich heiss. Langweilig ist das ganze Gefahre uebrigens auch. Dafuer wurden wir aber gleich an unserem erstern Stop Coober Pedy dafuer entschaedigt. Coober Pedy ist fuer seine Opale bekannt, sodass die ganze Stadt nur deshalb existiert weil dort Opale abgebaut werden, voll krass. Die meisten Menschen leben dort in Huegeln, weil es einfach so unertraeglich heiss ist. Unsere Unterkunft befand sich auch unter Tage. Ziemlich witzig. Wenn dort Leute ein Haus/Huegel haben und wollen erweitern muessen sie einfach nur die staedtischen Plaene durchsehn und koennen sich direkt mit ihrer eigenen Schaufel noch nen Raum dranhaun. Sehr witzig. Aber da es unter der Erde ist gibt es keinen Handyempfang und ausserdem weiss man nie genau wie spaet es ist, Tageslicht gibt es naemlich auch nicht. Aber zurueck zum ersten Tag. Auf einem Lookout haben wir uns eine Uebersicht ueber die Stadt verschafft und waren anschliessend essen und danach noch was trinken. Wie ihr euch denken koennt sind wir dann todmuede ins Bett.

28.1.2010 (Donnerstag)

Am zweiten Tag sind wir gleich in ein Opalmuseum und haben einiges ueber die Geschichte der Stadt gelernt. Anschliessend haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht  und uns eine Kirche unter der Erde angeschaut sowie den dortigen beruehmten Golfplatz. Danach erwartete uns ein Highlight. In Coober Pedy gibt es eine Familie die sich um halb tote Kaengurubabys kuemmert, auch ganz kleine und halb Verhungerte. Manche schaffen es dann wieder zueruck in die Wildniss, manche nicht...leider. Diesem Paar statteten wir einen Besuch ab und wir durften die suessesten kleinen Kaengurus auf dem Arm halten die man sich vorstellen kann, also mal ganz ehrlich. Supersuess. Ein Highlight, sag ich ja. nach Coober Pedy ging es erstmal auf einen 4h langen Trip zu unserem naechsten Halt, Marla. Dort hat es leider ganz furchtbar geregnet und gewittert, sodass wir nicht im Bush schlafen konnten, sondern in einem Campground unterm Dach. Soweit Sogut. Erstmal haben wir uns alle schoen auf unsere Stuehle gesetzt und das Gewitter angeschaut, war wie Kino und sehr toll. Alle haben versucht das "FOTO" schlechthin zu schiessen und nach einer Stunde hab ich doch direkt auch mal nen Blitz aufs Bild bekommen. Dann gab es noch tolles Abendessen (Gnochis) und wir haben "Wer bin ich gespielt", aber nun zur eigentlichen Tragoedie. Wegen des Regens mussten wir halt unter diesem Vordach schlafen und da wimmelte es nur so von Tieren aufgrund des Lichts. Alles sehr eklig. Ich wollte mich auf jedenfall gerade schlafen legen, als irgendwas Grosses und ekliges im Sturzflug in mein Ohr geflogen ist. Also direkt HINEIN. Das war einfach so wiederlich und ich hab geschrien und spaeter auch geheult, weil es die ganze Nacht geflattert hat und erst nach Ewigkeiten gestorben ist nachdem ich es mit Wasser ersaeuft habe. Koennt ihr euch das vorstellen? Etwas flattert in eurem Ohr und niemand kann es hoeren oder sehn, nur ihr? Das war ein Alptraum und um es auf die Spitze zu treiben, mein Tourguide meinte am naechsten morgen das kommt von alleine wieder raus. Jetzt sind anderthalb Wochen vergangen und ich glaub es ist immernoch in meinem Ohr, also vielleicht dochmal nen Arzt aufsuchen...Menno.

29.1.2010 (Freitag)

Nachdem ich mich von der furchtbarsten Nacht meines Lebens erholt habe gings am naechsten Tag weiter Richtung Kings Creek Campground das hiess mal wieder so zwischen 4 -5 h Fahrt. Auf dem Weg dorthin passierten wir das Schild Northern Territory das uns anzeigte das wir nun South Australia verlassen hatten. In Kings Creek angekommen ist die Haelfte erstmal schwimmen gegangen und anschliessend gab es Lunch. Emus haben wir unterwegs auch noch erspaet, ebenso wie wilde Pferde und Kamele. Von Kings Creek sind wir dann zum Kings Canyon gefahren und haben dort eine 8km Wanderung unternommen, was bei der Hitze und den Steigungen echt kein Zuckerschlecken ist, aber super Spass gemacht hat.  Mittendrin gab es dann den "Garten of Eden", ein Wasserloch in dem wir schwimmen waren.  Danach ging es weiter, aber diese Erfrischung hat gut getan. Das Wandern durch den Kings Canyon war einfach nur super und die Aussichten wunderschoen. Abends sind wir mal wieder totmuede in den Swag gefallen und diese Nacht konnte ich dann auch entschieden besser schlafen.

30.1.2010 (Samstag)

Der naechste Tag fuehrte uns nach einer weiteren 5 stuendigen Fahrt auf dem Campground vor dem Uluru (Ayers Rock). Dort mussten wir auch erstmal im Pool ein kleines Bad nehmen, es war einfach zu heiss. Nach dem Lunch machten wir uns auf zum Uluru, erstmal zum Lookout und anschliessend zu einem Aboriginal Cultur Centre, was noch einmal genau Aufschluss gab ueber die Geschichte des Landes, welche auch unweigerlich die Geschichte der Aborigines ist. Zum Abschluss sind wir 1km um den Uluru gelaufen, was auch sehr beeindruckend war. Die Nacht haben wir auf einem Lookout bei unserem Campground verbracht von dem wir direkte Aussicht auf den Uluru hatten, der Sonnenuntergang fiel aber genauso wie der SOnnenaufgang eher entaeuschend aus.

31.1.2010 (Sonntag)

Schon frueh am Morgen, gegen 6Uhr machten wir uns auf den Weg zu den Olgas (Kata Tjutas genannt). Hierbei handelt es sich um eine riesige Felsformation, die einfach der Wahnsinn ist. Dort haben wir einen Rundwalk gemacht, der auch so um die 6km lang war. Aber es war wieder so heiss und die Fliegen nerven einfach nur so, das koennt ihr euch nicht vorstellen. Die kriechen ein ebenfalls in jede Koerperoeffnungen, aber Gott sei Dank hatte ich da dann schon mein Fliegennetz auf...Und ich dachte ich waers von Shepparton schon gewoehnt, aber vergiss es..Daran  gewoehnt man sich nie. Der Rundwalk war wirklich sehr anstrengend und man musste immer genau aufpassen wo man hintritt um nicht  wegzurutschen, also gar nicht so einfach..hat aber auch sehr viel Spass gemacht. Ich stelle immer wieder fest, wandern und klettern macht echt super Spass. Nachdem wir wieder erfolgreich in unserem Campground angekommen sind hatten wir einiges an Freizeit und dann noch eine sehr schoene Nachmittagsgestaltung, da sich unser Tourguide J.P. ueberlegt hatte uns in eines der schoensten Hotels am Uluru einzuschlaeusen. Mit den Instruktionen nicht zusammen reinzugehn und uns nicht zudoll zu freun und uns halbwegs ordentlich anzuziehn haben wir uns dann in die Poolarea eines 5 Sterne Hotels geschlichen, zu zwanzigst..HAHAHA> wie geil. Er meinte dann noch so, falls jemand fragt sollen wir sagen wir sind von Adventure Tours (wir waren uebrigens mit der Firma Groovy Grape unterwegs und Adventure Tours sind deren groessten Rivalen). Also alles sehr lustig, hat aber auch alles ohne Probleme funktioniert. Abends haben wir mit einer anderen Groovy Grape Gruppe ein riesieges BBQ veranstaltet und noch einiges getrunken.

1.1.2010 (Montag)

Der naechste Tag begann fuer uns indem wir einen 10km Rundwalk um den Uluru gemacht haben. Da dort alles sehr ebenerdig ist ging das sehr schnell, aber die Hitze war kaum zu ertragen. Danach mussten wir noch alles fein einpacken und es ging auf die finale Fahrt nach Alice Springs. Gegen 19.00 abends sind wir dann dort angekommen. Erstmal habe ich eingecheckt und mein Hostel war wirklich toll. Habe mich im nachhinein geaergert das ich nicht noch laenger in Alice Springs geblieben bin, da mein Flieger gleich am naechsten Tag ging. Also schnell eingecheckt und umgezogen da wir abends noch mit der Reisegruppe weggehen wollten. Zuerst waren wir was essen und anschliessend tanzen, das war echt super und hat Spass gemacht. Zu Alice Springs. ALso das ist wirklich ein gefaehrliches Pflaster, weil nirgends soviele Aborigines leben wie dort und die sprechen einen dann auch an und fragen nach Geld oder Kipppen oder sonste was. Man wurde auch angewiesen nicht von dem Club nach Hause zu laufen, auch wenn er nur 2 Strassen vom Hostel wegwar, es war einfach zu gefaehrlich. Die haengen halt einfach alle auf der Strasse und da kann immer was passieren, viele sind auch Alkoholabhaenging oder schnueffeln Benzin. Ist ganz schoen krass, also da muss man aufpassen. Aber bei uns ging alles gut. Ist trotzdem krass zu sehn wie die alle auf der Strasse leben, teilweise Muttis mit ihren Babys. Aber zurueck zur Reise. Am naechsten Tag bin ich dann morgens nach Perth geflogen. Dort bin ich nun schon wieder seit einer Woche. Einige Leute  von meiner Outbacktour die ebenfalls mit dem gleichen Flieger geflogen sind sind mit in mein Hostel gekommen und wir haben die letzte Woche zusammen verbracht, aber darueber schreibe ich nochmal ausfuerhlich in einem eigenen Perth Blog.

Nur soviel. Wie es aussieht hab ich nen Job und kann Freitag anfangen, aber spaeter mehr. Desweiteren hatte ich die gesamte letzte WOche den Durchfall meines Lebens (ja auch das gehoert dazu) und entgegen der Meinung meiner Mutter (mit der ich gestern telefoniert habe), habe ich Bed Bugs (also Bettlaeuse), das ist ganz toll weil ich jetzt den ganzen Arm und das halbe Bein , sowie mein Dekollette voller Bisse (wie aetzend) habe. Das ist hier eine weitverbreitete Hostelplage, ich dachte ich komm drumherum, aber sieht nicht so aus.. SCHEISSE. Nicht zu vergessen den Kaefer in meinem Ohr. Das Leben als Backpacker ist schon spassig und ich geb meiner MOM recht, wenn ich heimkomme moechte ich eine komplette Desinfektion meines Koerpers. SO..das wars erstmal...ich meld mich in 2 Tagen wieder weil meine Fingerchen nun wehtun und dann schreibe ich wie es in Perth so ist und was wir schon erlebt haben.. Dann viel Spass mit diesem neuen Blog..und vergesst nicht Bilder auf Studi anzuschaun..

 

EURE ARME BACKPACKERSUSE

 

PS: Spenden bitte auf folgendes Konto:...   :)

 


8 Comments

angela:
February 8, 2010
Hallo Suse,
da hast Du ja wieder tolle Sachen erlebt. Hätten wir geahnt, daß Flugtiere sich in Dein Ohr verirren, hätte ich dir auf dem Weihnachtsmarkt ein paar Ohrenschützer gekauft.Die waren sogar ganz hübsch.
Vielleicht kann man das Tier aus dem Ohr spülen, indem man im Meer mit viel Wellen baden geht.
Wo wir mal in Gomera waren, waren immer richtig hohe Wellen und es hat einen immer von den Füßen geholt und rumgewirbelt, sodaß noch ein halbes Jahr später kleine schwarze Sandkörnchen aus den Ohren gekrümmelt kamen.Vielleicht funktioniert das mit Flugtieren auch. Gegen Beiß-Läuse habe ich allerdings keine Idee.
Heute Abend muss Veit mir die neuen Bilder zeigen.
Ich kenne mich in Australien jetzt auch schon aus, denn ich suche die Orte wo Du warst oder bist dann immer auf der Karte. Bei Google gibts dann auch immer schöne Bilder dazu.
Halte uns weiter auf dem Laufenden und schreib ob es mit der Arbeit geklappt hat und was Du machst.

Viele liebe Grüße
Angela
Bärbel:
February 8, 2010
Hey Suse,
oh mein Gott,allein schon die ganzen fliegeneden Tiere und ich wäre nah dran an nem Herzinfarkt.Ich scheiß mich ja schon bei einer Motte ein die in meinem Zimmer rumfliegt,da wander ich schon auf die Stubencouch auf,aber du arme Suse mit nem Toten Viech im Ohr ,is ja wohl der absolute Horror.Crass
Jetzt bin ich nicht mehr ganz so neidisch
Aber immernoch ein bisschen ,so wegen den Känguruhs und so.Toller Bericht übrigens.Bin schon gespannt auf den nächsten.
Hast auch wieder tolle Bilder gemacht.
Wir denken alle ganz oft an dich

Hier isses übrigens immnoch sau kalt und der Winter will gar nicht aufhören.
Bin am Dienstag mit meinem Auto in den Starßengarben gerutscht.Zum Glück lag so viel Schnee,das ich nur da hineingefahren bin,ansonsten hätte ich es vorn Baum gesetzt.Und das alles weil der Wind den Schnee auf die Straße geweht hat und ich dirch ne 15cm hohe Schneewehe gefahren bin.Musste nen Abschleppdienst anrufen,aber selbst der hat ne Stunde gebraucht weil der is selbst mit seinem Großen Karn gerutscht weil dde Starße unterm Schnee vereist war.Naja is ja nix weiter passiert.

Ich wünsch dir noch viel Spaß in Down under und gute Besserung mit den komisch Bettläusen und das dein Ohrkäfer wieder rauskommt.

Liebe liebe Grüße nach Australien
February 8, 2010
sehr feines rewview wieder :)
die pix sind auch wieder mega!
Susanne:
February 9, 2010
@Angela. wenn du hier in diesem Blog oben bei den Reitern auf Map gehst, kannst du auch immer genau sehn wo ich bin. Da kann man dann auch ranzoomen und sich informieren. Versuchs mal.

Map ist doch Englisch und heisst Karte.

Liebe Gruesse
Anja:
February 9, 2010
Hi Puppe, das klingt ja wirklich eklig, ich glaube, ich hätte mich die ganze nacht nur geschüttelt. Ich hoffe für dich, dass das Vieh jetzt raus ist.
Hab dich lieb und wünsch dir viel Glück wegen der Arbeit, damit du weiterhin fein reisen kannst.
bussi
Susanne:
February 10, 2010
Hallo an alle, auf anraten meiner MOM war ich gestern beim Arzt und mein LIEBLINGSKAEFER musste weichen und ist jetzt endlich raus. Hat mich aber 1oo Dollar gekostet. OH man. Dann habe ich noch Salbe fuer die Bed Bugs bekommen. Die Flecken sind jetzt ungefaehr 30 mal soviel wie noch vor 2 Tagen. Werden mehr und jucken wie Hoelle. Ansonsten bin ich noch weiter auf Arbeitssuche. Bis denn ihr Suessen
Mama Schwarz:
February 10, 2010
Hallo Suse! Da bin ich doch echt froh,dass das eklige Vieh aus deinem Ohr ist. Habe deine Bilder angeschaut.Papa auch.War total toll. Gut dass du mal angerufen hast, Hat uns aber nicht wirklich beruhigt. Soviel Getier wäre ein Graus für mich. Wenn du nach Hause kommst wirst du auf dem Hof erst abgespritzt und desunfiziert. Kannste glauben. Die Map ist klasse. Da kann man deinen Weg richtig verfolgen.Kannst eigentlich wieder nach Hause kommen,denn bist ja schon durch mit dem Kontinent.
Freuen uns schon auf die nächste Nachricht und die Bilder. Bleib gesund und paß auf dich auf. Kuß die MAMA.
angela:
February 12, 2010
Hallo Suse,
ich hoffe Du hörst jetzt wieder ordentlich. War bestimmt ekelig. Hast Du das Tier oder dessen Rest
dann noch zu sehen bekommen?
Unser Telefon und Internet geht auch wieder. Da war das Modem ausgestiegen. Gestern war dann ein Monteur da und hat es ausgetauscht.
Ansonsten schneit es seit gestern ununterbrochen, das ist bestimmt ein Jahrhundertwinter. Das soll noch das Wochenende so weitergehen.Aber du bist ja warm und trocken untergebracht, wenn auch mit kleinen Beißtierchen.
Lernt man denn schneller Englisch wenn man allein unterwegs ist, oder sind in dem Hostel wieder so viele Deutsche?
Viel Glück bei der Suche nach einem vernünftigen Job

Liebe Grüße
Angela

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